Ständig in Bewegung

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Die Alpen von oben. Foto: Vittorio Staffolani von Pexels

Riesige Gebirge wie die Alpen sind beeindruckend. Es mag so scheinen, als seien sie schon immer da gewesen. Aber das stimmt nicht – sie sind im Laufe der Erdgeschichte entstanden.

Wie sind Gebirge entstanden?

Wie das genau passiert ist, wusste lange Zeit niemand so genau. Erst vor ein paar Jahrzehnten entdeckten Wissenschaftler die Lösung. Vor etwa 250 Millionen Jahren gab es nämlich nur einen einzigen Kontinent auf der Erde. Den haben die Wissenschaftler „Pangäa“ genannt. Pangäa lag mitten in einem riesigen Ozean. Eines Tages brach Pangäa auseinander – wahrscheinlich, weil die Strömungen des Ozeans so sehr an ihm zerrten. Die Bruchstücke von Pangäa sind heute die sogenannten Kontinentalplatten. Also die Erdteile, auf denen die Kontinente Europa, Asien, Afrika, Amerika und Australien liegen.

Und was hat das mit Bergen zu tun?

Du musst dir vorstellen: Die Kontinentalplatten sind erst voneinander weggedriftet und später wieder aufeinander zu – alles natürlich gaaanz langsam. An den Übergangsstellen, an denen die Platten aufeinander treffen, können Gebirge entstehen.

Wenn sich Kontinentalplatten voneinander wegbewegen, senkt sich die Erdkruste ab. Es entsteht quasi ein Tal. Die Erdkruste wird aber an anderer Stelle dann zusammengedrückt – es entsteht ein Berg.

Manchmal reiben Kontinentalplatten auch aneinander oder verhaken sich. So entstehen auch Gebirge. Wenn sich Kontinentalplatten aufeinander zu bewegen, kann es passieren, dass sich eine Platte unter die andere schiebt. Auch dann entstehen Gebirge. So war es zum Beispiel bei den Anden in Südamerika. Die Alpen hingegen sind entstanden, weil sich die afrikanische Platte auf die europäische Platte zubewegt hat.

Die Alpen. Foto: Evgeni Tcherkasski auf Pixabay

Wie hoch waren die Alpen?

Experten gehen davon aus, dass einzelne Alpenteile früher bis zu 30 Kilometer hoch waren! Heute ist der höchste Berg der Alpen, der Mont Blanc, „nur“ 4810 Meter hoch. Das liegt an der „Erosion“. Durch Wind und Regen – und Gletschereis, das vor rund 10 000 Jahren nach der letzten Eiszeit ins Tal floss – wurde Gestein abgetragen. Dadurch sind die Berge über viele Jahre immer kleiner geworden.

Entstehen noch Gebirge?

So sind also in der Vergangenheit Berge entstanden. Und auch heute bewegen sich die Alpen noch. Natürlich niemals so schnell, dass du es merken würdest, während du etwa in den Alpen wandern gehst! Wenn wir über die Entstehung von Gebirgen sprechen, geht es immer um Millionen von Jahren. Die afrikanische Kontinentalplatte bewegt sich zum Beispiel fünf Zentimeter pro Jahr auf die europäische zu. Dadurch wachsen die Alpen jährlich ein bis zwei Zentimeter. Aber: Das Anwachsen und Abtragen der Gebirge hält sich meist im Gleichgewicht. Dadurch, dass sich die Platten ständig bewegen, könnten im Laufe der nächsten Millionen Jahre theoretisch aber sogar neue Gebirge entstehen.

Wie haben Wissenschaftler das eigentlich herausgefunden?

Alfred Wegener war ein Wissenschaftler, der schon vor rund 100 Jahren von der Bewegung der Kontinente sprach. Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Menschen dann, die Erdplatten auszumessen und stellten fest, dass Alfred Wegener recht hatte.

Außerdem können Wissenschaftler heute unter anderem mit Satellitenbildern aus dem All die Gebirge analysieren. Auf den Bildern wird deutlich, dass die Ränder der Kontinente so gut zusammenpassen, wie ein auseinandergeschobenes Puzzle – sie gehörten also mal zusammen.

Von Jennifer Wagner

Foto: Sabina Bhattrai/epa/dpa

Ab in die Berge

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