Ritsch, ratsch – Der Reißverschluss

Ritsch, ratsch – Der Reißverschluss
Foto: Kirsty O'connor/PA Wire/dpa

Was würden wir tun, wenn das Rad niemals erfunden worden wäre? Oder der Computer? Unser Leben sähe ganz anders aus. Viele solcher Erfindungen sind heute gar nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. In unserer neuen Serie wollen wir die Erfinder würdigen und die Geschichte hinter ihren bahnbrechenden Ideen erzählen.

Manches wurde ganz zufällig entdeckt. An anderen Dingen haben viele Menschen Jahre oder Jahrzehnte geforscht, bis sie endlich benutzt werden konnten. So wie beim Reißverschluss, mit dem wir heute unsere neue Serie über Erfindungen beginnen.

Wer hat’s erfunden?

Fluchst du auch manchmal, wenn du dir die Schuhe zubinden musst? Dann geht es dir wie Whitcomb Leonard Judson vor fast 130 Jahren. Er soll so genervt gewesen sein von seinen Schnürsenkeln, dass er kurzerhand den Reißverschluss erfand, um seine Schuhe zu schließen. Ihm verdankst du es also, dass du deine Jacke oder deine Schuhe mit einem Rutsch schließen und gleich losrennen kannst, ohne lange knöpfen oder binden zu müssen.

Mit Reißverschlüssen geht das Auf- und Zumachen schnell. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Wer hatte eine ähnliche Idee?

1893 ließ Whitcomb Leonard Judson seine Erfindung patentieren. Ganz allein kann er die Idee allerdings nicht für sich verbuchen. Bereits 1851 hatte nämlich Elias Howe einen ununterbrochenen Kleiderverschluss patentieren lassen. Der funktionierte allerdings etwas anders, und vor allem: nicht richtig. Er ging immer wieder auf. Und schließlich möchte niemand plötzlich nackt auf der Straße stehen.

Wer hat’s perfekt gemacht?

Der Schwede Gideon Sundbäck machte den Reißverschluss 1909 noch besser. Er war es, der ihn in Stiefel und Kleidung einnähte. So wurde der Reißverschluss berühmt und er ist noch heute in vielen Kleidungsstücken und anderen Gegenständen wie Mäppchen zu finden. 

Vor 125 Jahren wurde der Zipper erfunden. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa

Wie funktioniert das?

Schau dir einen Reißverschluss mal aus der Nähe an: Rechts und links hat er kleine Häkchen. Der Schieber verbindet diese Häkchen miteinander, wenn du den Reißverschluss mit ihm schließt. Öffnest du ihn wieder, lösen die Häkchen sich wieder voneinander. Die Häkchen sind wie Puzzleteile, die zusammenpassen. Ist auf der einen Seite des Reißverschlusses ein Häkchen, ist auf der anderen Seite eine Ausbuchtung, in die das Häkchen passt. Das geht immer abwechselnd so weiter. Der Schieber drückt das Häkchen in die Ausbuchtung.

Das Patent

Hat jemand etwas erfunden, kann er seine Entdeckung beim „Patentamt“ anmelden. Dort wird geprüft, ob die Erfindung wirklich neu ist. Erhält der Erfinder das Patentrecht, gilt er offiziell als Besitzer der Idee. Er darf dann für eine gewisse Zeit anderen Menschen verbieten, seine Erfindung herzustellen oder zu verkaufen. Oder er kann Geld dafür verlangen, wenn jemand seine Erfindung doch nutzen möchte. Das Patent schützt seine Idee also davor, von anderen Leuten kopiert und als ihre eigene Erfindung ausgegeben zu werden.

Von Jasmin Krsteski

Ausgetüftelt

Erfinder und ihre Ideen
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