Ich schwöre!
Warum Menschen manchmal ganz feierlich einen Eid ablegen müssen.
Wenn deine beste Freundin dir ein Geheimnis erzählt und du ihr versprichst, dass
du es für dich behältst, dann sagst du: „Ich schwöre, dass ich es niemandem erzähle.“ Vielleicht hebst du sogar feierlich deine Hand dabei. Dein Schwur ist dann ein Versprechen, das du sehr ernst meinst.
Gesetzliches Versprechen
Bei den Erwachsenen gibt es das Schwören auch – bei Politikerinnen und Politikern zum Beispiel oder bei Zeugen vor Gericht. Einen solch offiziellen Schwur nennt man dann Eid. Wer einen Eid ablegt, schwört, die Wahrheit zu sagen oder seine Aufgaben ehrlich zu erfüllen. Ein Eid ist ein gesetzliches Versprechen – wer ihn bricht oder lügt, kann großen Ärger bekommen und sogar bestraft werden. Bei Politikerinnen und Politikern kommt hinzu, dass sie das Vertrauen der Menschen verlieren, die sie gewählt haben – und das ist oft genauso schlimm wie eine Strafe. Denn ohne Vertrauen können wir nicht gut zusammenleben oder wichtige Entscheidungen treffen.
Aufeinander verlassen
Aber warum heben wir beim Schwören eigentlich die Hand, wie auf dem Bild Patrick Schnieder (CDU), Bundesminister für Verkehr, bei seiner Vereidigung? Das kommt aus der Geschichte. Schon vor Tausenden von Jahren schworen die Menschen, zum Beispiel auf ihre Götter oder die Ehre ihrer Familie. Damals wollten sie mit der erhobenen Hand ein sichtbares Zeichen dafür geben, dass sie die Wahrheit sagen.
Ob unter Freunden, vor Gericht oder bei einem wichtigen Amt für das Land – Schwören hilft, dass Menschen sich aufeinander verlassen können.
Von Kerstin Petry




