50 Jahre auf Rollen
Titus Dittmann hat das Skateboarden nach Deutschland gebracht.
In seinem neuen Buch erzählt Titus Dittmann, wie er das Skateboarden in Deutschland bekannt machte. Am 14. März tritt er beim Literaturfestival lit.kid.Cologne in Köln auf: Er spricht über die Geschichte des Sports und liest aus seinem Buch „Mein Skateboard und ich“. Duda hat sich vorher mit ihm unterhalten. Ganz unten im Text erfährst du, wie du dafür Tickets gewinnen kannst.
Herr Dittmann, Sie sind 77 Jahre alt, also deutlich älter als die meisten Skater, die ich kenne. Wann standen Sie das letzte Mal auf dem Skateboard?
Wegen des schlechten Wetters ist das etwas länger her. Aber wenn es trocken ist, rolle ich immer noch jeden Samstag und Sonntag zur Bäckerei, um Brötchen zu holen.
Zum ersten Mal standen Sie vor einer richtig langen Zeit auf dem Skateboard – beinahe 50 Jahre ist das her.
Ja, das war 1977. Ich war fast 30, ein wenig später wurde ich Lehrer. Damals war ich der Erste auf der Welt, der an der Uni eine wissenschaftliche Arbeit über das Skateboardfahren schrieb. In einer Zeit, als die Politiker in Deutschland darüber diskutierten, die „gefährlichen Rollbretter“, wie sie Skateboards nannten, zu verbieten. Als ich das Skateboarden an meiner Schule einführte, war das nicht weniger als eine Revolution.
Was faszinierte Sie an den „Rollbrettern“ aus Amerika?
Das Skateboard ist ein Freiheitsversprechen. Man lernt das Fahren vollkommen selbstbestimmt und macht sein Ding. An der Schule muss man tun, was die Lehrer wollen. Ein solches Bildungssystem habe ich damals schon für altmodisch gehalten. Deshalb habe ich den Job bald an den Nagel gehängt und mich ohne Schule um die Kinder gekümmert. Um meine Familie zu ernähren, habe ich Skateboards verkauft.
Heute wollen Sie die Kraft des Skateboardens nutzen, um junge Menschen zu starken Persönlichkeiten zu machen. Worin liegt diese Kraft?
Beim Skateboarden liegen alle Entscheidungen bei einem selbst. Das sind viele Kinder und Jugendliche gar nicht mehr gewöhnt. Sie haben längst nicht mehr so viel erwachsenenfreie Zeit wie wir damals. Solange jemand da ist, der ihnen sagt, was zu tun ist, übernehmen sie keine Verantwortung für ihr Leben. Skateboarden macht Jugendliche selbstbewusst, weil sie sich selbst etwas beibringen und dabei so viel Spaß haben.
von Markus Düppengießer
Der Autor
Titus Dittmann, geboren im Jahr 1948, führte als junger Lehrer das Skateboarden an seiner Schule ein. Bald kündigte er seinen Job und gründete einen Skateboard-Unternehmen. Die ersten „Rollbretter“ brachte er aus einem USA-Urlaub mit nach Deutschland. Dittmann lehrt heute an der Universität Münster und nutzt die Kraft des Skateboardens, um Kinder stark zu machen. Dafür engagiert er sich auch in sozialen „Skate-Aid“-Projekten (zu Deutsch ungefähr: Helfen mit Skaten) weltweit.
Das Buch
In „Sportstars erzählen: Mein Skateboard und ich“ berichtet Titus Dittmann davon, wie er das Rollbrett für sich entdeckte und Skateboarden lernte. Als er selbst Kind war, spielten Skateboards in Deutschland noch keine Rolle. Aber schon damals liebte er die Geschwindigkeit und das Risiko – und machte gerne sein eigenes Ding. Er erzählt davon, dass er nach dem Hinfallen immer wieder aufstand, um es besser zu machen. Sein Motto: „Fehler sind die besten Lehrer.“
Das ist Skateboarden
Ein Skateboard ist ein längliches Brett, an dessen Unterseite zwei Lenk-Achsen mit vier Rollen befestigt sind. Man bewegt sich stehend darauf fort, indem man sich mit einem Bein abstößt und dann geschickt das Gewicht verlagert. Dabei kann man auch viele Tricks machen. „Man braucht nicht viel mehr als einen festen Untergrund, um mit dem Skateboard Spaß zu haben“, sagt Titus Dittmann.
Die lit.kid.Cologne
Noch bis zum 22. März 2026 findet das Literaturfestival lit.Cologne statt, speziell an den Lesenachwuchs wendet sich die lit.kid.Cologne. Zum Beispiel werden die schönsten Geschichten von Astrid Lindgren gelesen, es kommt Autorin Margit Auer mit ihrer „Schule der magischen Tiere“ zu Besuch und Ralph Caspers verrät sein Lieblingskinderbuch. Alle Infos zu den Veranstaltungen findest du hier.
Gewinne Tickets!
Bei der lit.kid.Cologne tritt auch Titus Dittmann auf. Er liest am Samstag, 14. März, um 15 Uhr im Depot 2 im Schauspiel Köln. Für diese Lesung verlosen wir 1 x 4 Karten. Wenn du gewinnen willst, schreib gemeinsam mit deinen Eltern bis zum 12. März eine E-Mail mit deinem Vor- und Nachnamen und mit wem du zur Lesung kommen möchtest, an diese Adresse: duda@tageszeitung.koeln







