Schmetterlinge mögen es wild

Schmetterlinge mögen es wild
Den Kleinen Kohlweißling erkennt man an den hellen Flügeln mit dem schwarzen Punkt. Foto: Anne Appl/dpa

Wo sind die Schmetterlinge? Dieses Jahr waren wenige der schönen Insekten zu beobachten. Woran das liegt und wie wir sie in den Garten oder auf den Balkon einladen können, darüber haben wir mit einem Experten gesprochen.

Schmetterlinge gehören für viele Menschen zu den schönsten Insekten. Es gibt sie in den tollsten Farben und sie haben so lustige Namen wie „Brauner Bär“ oder „Zitronenfalter“.

Es sind aber nicht alle Schmetterlinge gleich prachtvoll bunt. Manche sind auch braun, grau oder weiß. Martin Feucht mag jeden davon.

Vor 44 Jahren entdeckte er ein Nachtpfauenaugen-Weibchen. „Ich dachte, es geht ihm nicht gut. Stattdessen hat es aber viele Eier gelegt“, erzählt Martin Feucht. Aus den Eiern schlüpfen Raupen. Aus denen wiederum entwickeln sich die Schmetterlinge. Martin Feucht informierte sich, welche Futterpflanzen die Raupen des Nachtpfauenauges fressen und unterstützte sie damit beim Großwerden.

Schmetterlinge haben oft ungewöhnliche Namen: Das ist ein Nachtpfauenauge. Foto: Rotholl.at/Rotheneder/dpa

So wurde er zum Experten.

Schädliche Pflanzenschutzmittel

„Dass wir immer weniger Schmetterlinge sehen, liegt nicht nur am Klimawandel. In der Landwirtschaft werden zu viele Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Die sind auch für Insekten schädlich“, erklärt der Experte. „Und durch Düngung von Wiesen fühlen sich die Blumen, die Schmetterlinge mögen, nicht mehr wohl und blühen dort nicht mehr.“

Was tun? „Es ist wichtig, dass wir es den Schmetterlingen in unserem Garten schön machen. Dort und in Wäldern können sie sich entfalten“, sagt Martin Feucht. Schön machen heißt: Lebensraum für die Schmetterlinge mit genügend Futter schaffen. Es braucht zudem Plätze, wo die Eier abgelegt werden können, und die Raupen aufwachsen. Da mag es jeder Schmetterling ein bisschen anders. 

In einem sind sich die Falter aber einig: Sie mögen es wild. „Ein Schmetterlingsgarten ist ein Garten für Faule“, sagt Martin Feucht und lacht. Eine wilde Ecke ist wichtig, wo alles wachsen kann, wie es
will. Außerdem sind heimische Wildblumen gut. „Der Garten darf aber natürlich schön sein“, findet Herr Feucht. Es sollte von Frühling bis Herbst blühen, und die Blumen sollten im Winter für überwinternde Schmetterlinge, die Puppen und Eier stehen gelassen werden. Auch die Erde sollte über den Winter ruhen, denn manche Raupen überwintern in der Erde. Erwachsene Tagpfauenaugen wiederum verbringen den Winter als Falter und brauchen einen ruhigen, geschützten Ort, wie einen alten Schuppen.

Hilfe per App

Wer beim Pflanzen etwas für die Insekten tun möchte, kann sich zum Beispiel mit einer App Hilfe holen. Die zeigt an, wie beliebt Pflanzen bei Schmetterlingen und anderen Insekten sind. Das vor dem Pflanzen abzuklären, ist wichtig. „Man muss das Lieblingsessen der entsprechenden Schmetterlinge und ihrer Raupen kennen“, weiß Martin Feucht. Dann kommen die bunten Besucher gern auf dem Balkon und im
Garten vorbei.

Von Anne Appl (dpa)