Terror in der Türkei
In diesem Jahr gab es mehrere Anschläge in der Türkei. Wir erklären, was genau warum passiert ist.
Was ist passiert?
Die Menschen in der Türkei trauern. Am Wochenende hat es dort zwei Anschläge gegeben. Wieder einmal. Zwei türkische Fußballvereine spielten am Samstagabend in der Stadt Istanbul gegeneinander. Nach dem Spiel gab es in der Nähe des Stadions zwei Explosionen. Dabei starben viele Menschen. Eine Bombe explodierte neben einem Polizeibus. Deswegen sind die meisten Todesopfer Polizisten. Nach der Tat gab eine Gruppe zu, dass sie für die Anschläge verantwortlich ist. Sie soll zu der PKK gehören.
Was ist die PKK?
Die PKK ist eine Organisation, die in der Türkei verboten ist. Sie wird als Terrorgruppe bezeichnet. Die Buchstaben PKK stehen für eine Abkürzung, die übersetzt „Arbeiterpartei Kurdistans“ heißt. Kurden sind eine Volksgruppe. Sie haben keinen eigenen Staat, sondern leben in bestimmten Gebieten im Iran, Irak, in Syrien und vor allem in der Türkei.
Die Kurden wurden dort häufig unterdrückt und hatten weniger Rechte als andere Menschen. Sie durften zum Beispiel nicht ihre Sprache sprechen oder ihre traditionelle Kleidung tragen. Viele Kurden wünschen sich ein eigenes Land und kämpfen dafür. Deshalb gründeten einige von ihnen 1978 in der Türkei die PKK.
Warum gibt es Kämpfe?
Um mehr Rechte für die Kurden zu erreichen, ging die PKK viele Jahre mit Gewalt vor. Das ließ sich die Türkei nicht gefallen: Sie kämpfte ebenfalls mit Waffen gegen die PKK und die Kurden. Fast 30 Jahre lang gab es schlimme Kämpfe, bei denen Zehntausende Menschen starben. Dann einigten sich die Türkei und die PKK auf eine Waffenruhe. Doch seit 2015 herrscht wieder Gewalt. Vor allem im Südosten des Landes, wo die meisten Kurden leben, bekriegen sich Soldaten der Regierung und kurdische Kämpfer.
In diesem Jahr hat es außerdem mehrere Anschläge mit Toten und Verletzten in der Türkei gegeben. Für einige dieser Anschläge soll die PKK oder eine ihrer Untergruppen verantwortlich sein: Unter anderem explodierte im Februar eine Bombe in Istanbul, im März eine weitere in der Hauptstadt Ankara.
Was hat der IS damit zu tun?
Neben der PKK verübt noch eine weitere Terror-Organisation Anschläge in der Türkei: Sie nennt sich Islamischer Staat, abgekürzt IS. Die IS-Kämpfer wollen über ein riesiges Gebiet herrschen. Dort sollen die Menschen nach sehr strengen Regeln leben. Der IS verbreitet mit Attentaten Schrecken. Er ist zum Beispiel für die Anschläge von Paris und Brüssel verantwortlich. Außerdem haben IS-Terroristen im Sommer am Flughafen in Istanbul Bomben explodieren lassen. Damit wollen sie sich wohl dafür rächen, dass die Türkei in Syrien gegen den IS kämpft. In Syrien hat der IS viele Menschen vertrieben und getötet.
Die Kurden kämpfen in Syrien hart gegen den IS und konnten viele IS-Kämpfer vertreiben. Die Türkei und die Kurden haben mit dem IS also einen gemeinsamen Feind. Doch gleichzeitig will die Türkei verhindern, dass die Kurden in Nordsyrien einen eigenen Staat gründen. Der würde nämlich direkt an die Türkei grenzen. Deshalb bekriegen türkische Truppen in Syrien die Kurden.
Wie geht es weiter?
Nach den neuen Anschlägen will die Türkei noch stärker gegen die Kurden vorgehen. Es wurden bereits viele Menschen verhaftet, weil sie angeblich die kurdische Terrorgruppe unterstützen.
Von Kathy Stolzenbach





