So kannst du dich vor Cybermobbing schützen

Cybermobbing
Kinder, die im Netz gemobbt werden, schämen sich. (Foto: dpa)

Jeder dritte Schüler war schon einmal von Cybermobbing betroffen. Sorina ist 15 Jahre alt und berät Kinder und Jugendliche bei „juuuport“. Juuuport ist eine Plattform im Internet. Hier könnt ihr hinschreiben, wenn ihr Probleme im Internet habt. Das kostet nichts und ihr müsst nicht euren Namen verraten. Die juuuport-Scouts sind zwischen 15 und 21 Jahre alt und wurden für die Beratung extra ausgebildet.

Sorina, du bist seit eineinhalb Jahren Beraterin bei juuuport. Was machst du da genau?

Ich beantworte Mails von Kindern und Jugendlichen, die Probleme im Netz haben. Das mache ich aber nicht alleine, wir sind ein Team von ungefähr 15 Leuten und haben ein gemeinsames Postfach. Wer gerade Zeit hat, beantwortet die Mails. Wir können aber auch selbst Artikel zu Internet-Themen schreiben, die dann auf juuuport veröffentlicht werden.

Welche Probleme haben die Kinder, die euch schreiben?

Das ist unterschiedlich. Manche werden im Netz beleidigt oder belästigt. Andere haben Fragen zu Facebook oder WhatsApp. Und wieder andere wollen wissen, was mit ihren Fotos oder Foto-Verlinkungen im Netz passiert.

Sorina von Juuuport

Sorina berät Kinde rund Jugendliche, die im Internet gemobbt werden. (Foto: privat)

Ihr Berater seid ja selbst noch Jugendliche. Woher wisst ihr so viel, dass ihr anderen Kindern helfen könnt?

Am Anfang haben wir eine Ausbildung gemacht – und machen auch weiterhin Fortbildungen. Da sprechen wir darüber, was Cybermobbing überhaupt ist, aber auch, wie wir als Berater helfen können. Ich selbst habe auch schon mal bei so einer Schulung mitgeholfen, neue Scouts auszubilden. Um Berater zu werden, muss man keinen Einser-Schnitt haben, aber es ist schon wichtig, dass man sich für Internet-Themen interessiert und anderen helfen möchte.

Was ist denn Cybermobbing?

Eigentlich ist es das gleiche wie normales Mobbing, nur im Internet. Dadurch, dass der Täter dem Opfer im Internet nicht direkt gegenübersteht, fällt es ihm leichter, jemanden zu beleidigen. Und während Mobbing früher nach der Schule vorbei war, geht Cybermobbing auch zu Hause über Handy und Computer weiter – manchmal sogar nachts. Cybermobbing fängt dann an, wenn das Opfer eine Beleidigung nicht mehr als Spaß ansieht, sondern wirklich verletzt ist. Ich finde die alte Regel wichtig: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg‘ auch keinem anderen zu.

Wie fühlen sich Kinder, die übers Netz gemobbt werden?

Verfolgt und unsicher. Und sie schämen sich. Viele denken nämlich, dass das ihre eigene Schuld ist. Dabei stimmt das nicht! Cybermobbing passiert oft nur aus Zufall. Jeder, der im Netz unterwegs ist, kann zum Gemobbten werden.

Wie meinst du das? Wer sind denn die Täter?

Das kann man schlecht pauschal sagen. Aber oft sind das Kinder oder Jugendliche, die sich langweilen oder die Aufmerksamkeit wollen. Manchmal gehen die einfach zu Facebook, sehen ein Kind, das eine Zahnspange oder eine Brille oder was auch immer hat – und finden es lustig, der Person etwas Beleidigendes zu schreiben. Wenn dann noch mehr Leute mitmachen, wird das ein Teufelskreis. Manche Täter wurden früher aber auch selbst gemobbt – sie wollen sich rächen.

Wie kommt man da wieder raus?

Am besten erst mal Handy und Internet ausmachen, damit man aus seiner Isolation kommt. Cybermobbing-Opfer fühlen sich oft alleine – aber das sind sie nicht. Es ist ganz wichtig, dass man mit jemandem darüber spricht, egal, ob mit juuuport, Eltern oder Lehrern. Ich weiß, dass das schwer ist. Viele haben Angst, dass ihre Eltern überreagieren und Handyverbot erteilen. Aber das bringt natürlich nichts, denn das Mobbing geht ja weiter. Man muss dann von Fall zu Fall gucken, wie man vorgeht. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass man auf peinlichen Fotos verlinkt ist, sollte man denjenigen, der das Foto hochgeladen hat, anschreiben und ihn bitten, das Foto zu löschen. Wenn das nicht klappt, kann man immer noch zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Jeder hat das Recht am eigenen Bild.

Wie schützt man sich vor Cybermobbing?

Das geht eigentlich gar nicht. Wichtig ist aber, dass man so wenige Daten wie möglich preisgibt. Ich habe bei Facebook nur meinen Vornamen und meinen Spitznamen genommen. Und nicht meine Heimatstadt, sondern eine große Stadt in der Nähe. Unter dem Punkt „Privatsphäre“ habe ich eingestellt, dass nur meine Freunde die Daten, Fotos und Posts sehen können. Schließlich muss nicht jeder meine Fotos angucken!

Mehr Infos findest du hier.

Das Gespräch führte Angela Sommersberg