Zurück nach Hause
Eigentlich hättest du dich erst am kommenden Freitag von deinen Klassenkameraden verabschiedet. Da sollten die Ferien verfrüht starten – damit vor dem Weihnachtsfest möglichst viele Menschen möglichst wenige Kontakte haben und das Coronavirus sich über die Feiertage weniger verbreitet. Am Wochenende haben die Politiker in Deutschland aber beschlossen: Das reicht nicht. Die Zahlen steigen weiter und wir können nicht mehr warten. Deshalb muss Deutschland in einen sogenannten harten Lockdown gehen. Wir erklären dir, was das genau bedeutet.
Was passiert mit den Schulen?
Alle Bundesländer in Deutschland sind sich einig: Wann immer es geht, sollen Schulkinder von der ersten bis siebten Klasse spätestens ab diesem Mittwoch zu Hause bleiben. Für Schüler ab der achten Klasse entfällt der Unterricht vor Ort komplett. Nicht alle Bundesländer setzen diesen Beschluss aber auch in gleicher Weise um. Sachsen zum Beispiel hat schon am Montag alle Kitas und Schulen geschlossen. Bayern macht das am Mittwoch. NRW sagt: Wir schließen Kitas und Schulen nicht, aber es gibt keine sogenannte „Präsenzpflicht“. Das heißt, du und deine Eltern können selber entscheiden, ob du die letzten Tage vor den Weihnachtsferien noch zur Schule gehst oder nicht. Warum das Ganze? Nicht alle Eltern haben so kurzfristig die Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass auf dich oder deine kleineren Geschwister jemand aufpasst. Indem die Schulen geöffnet und Betreuer vor Ort bleiben, aber schon. So ist es beispielsweise auch in Hessen und Rheinland-Pfalz. Falls du zu Hause bleibst, soll aber trotzdem sichergestellt sein: Du hast dadurch keinen Nachteil und verpasst keinen wichtigen Unterricht.
Welche Regeln gibt es noch?
Nicht nur die Schulen sind von den härteren Regeln betroffen. Auch Geschäfte – ausgenommen von Supermärkten, Apotheken und Läden, die dringend benötigt werden – müssen schließen. Auch an Weihnachten und Silvester gibt es Einschränkungen: Vom 24. bis zum 26. Dezember darf ein Haushalt – also du mit Mama, Papa und allen, mit denen du in einer Wohnung wohnst – mit vier weiteren Personen aus dem engen Familienkreis zusammenkommen. Nach den Weihnachtsfeiertagen und über Silvester gelten dann wieder die „normalen“ Kontaktbeschränkungen: Privat soll man sich nur mit Personen aus einem weiteren Haushalt treffen, maximal aber zu fünft. Puh, ganz schön viel, was man sich merken muss! Bestimmt hast du außerdem davon gehört, dass Kinder unter 14 Jahren bei den Kontaktbeschränkungen nicht „mitgezählt“ werden. Aber es gilt natürlich: Je weniger Kontakte alle haben, desto besser kann das Coronavirus gestoppt werden! Schließlich kannst auch du jemanden anstecken.
Wie geht es weiter?
Alle Maßnahmen sollen erst einmal bis zum 10. Januar 2021 gelten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat aber gesagt: „Das Virus hält sich nicht an Daten.“ Heißt also: Niemand kann versprechen, dass am 11. Januar bereits alle Geschäfte wieder aufmachen und du und deine Klassenkameraden wieder zur Schule gehen könnt. Aber: Anders als beim ersten Lockdown – wo beispielsweise die Fitnessstudios schon wieder geöffnet hatten, während du noch im Homeschooling warst – sollen Schulen und Kitas dieses Mal die ersten Einrichtungen sein, die wieder zur Normalität zurückkehren. Wie dann im neuen Jahr alles weitergeht, darüber wollen die Politiker am 5. Januar noch einmal beraten.
Von Elisa Sobkowiak
Wissenswert – Corona
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