Was du zum Start von „Winnetous Sohn“ über Indianer wissen musst

Was du zum Start von „Winnetous Sohn“ über Indianer wissen musst
Im Film möchte Max unbedingt die Rolle als Winnetous Sohn ergattern. (Foto: Verleih)

Max ist zehn, blass, unbeliebt und Brillenträger. Aber in seinem Herzen ist er ein echter Indianer. Und zwar seit sein Vater ihm als kleines Baby eine Adlerfeder um den Hals hängte. Noch heute schmückt Max sich gerne mit Federn und seine Ferien verbringt er am liebsten im Indianercamp.

Als er hört, dass bei den Karl-May-Festspielen die Rolle von Winnetous Sohn neu vergeben wird, tut Max alles, um die Rolle zu ergattern. Das ist die Geschichte von „Winnetous Sohn“, einem tollen Film, der heute im Kino startet. Doch wer ist Winnetou? Was sind die Karl-May-Festspiele? Und was war nochmal die Geschichte der Indianer? Wir liefern dir Fakten rund um den Film, mit denen du beim Kinobesuch angeben kannst.

Was sind Indianer?

Vor mehr als 500 Jahren versuchten die Europäer einen neuen See-Weg nach Indien zu finden. Denn die Waren, die es dort gab, waren sehr beliebt. Der Italiener Christoph Kolumbus probierte einen neuen Weg aus – und dachte im Jahr 1492, dass er Indien gefunden hätte. Das stimmte aber nicht. Denn Kolumbus war in Nordamerika. Weil er das aber nicht wusste, nannte er die Menschen, die dort lebten Indianer. Die Menschen aus Indien werden übrigens Inder genannt.

Wie ging die Geschichte weiter?

Die Indianer, die sich selbst „Native Americans“, also amerikanische Ureinwohner nennen, lebten wahrscheinlich schon seit 30 000 Jahren in Amerika. Mehrere hundert Stämme hatten sich über ganz Nord-Amerika ausgebreitet. Einige wohnten an der Küste in Häusern, gingen fischen und bauten Gemüse an, andere zogen den Büffel-Herden hinterher. Nachdem Kolumbus Amerika entdeckt hatte, siedelten sich aber immer mehr Menschen dort an.  Weil sie Platz für Häuser, Felder und später Städte brauchten, vertrieben sie die Ureinwohner aus ihrer Heimat. Die Indianer wehrten sich – immer wieder kam es zu Kriegen, bei denen die Indianer aber fast immer verloren.

Wie leben die Indianer heute?

Lange Zeit zwangen die Siedler, die Indianer in eingezäunten Gebieten zu leben. Die heißen Reservate. Den Menschen ging es dort oft schlecht. Außerdem durften die Kinder dort keine indianischen Traditionen mehr lernen. In speziellen Schulen paukten sie stattdessen europäische Traditionen und Englisch. Erst im Jahr 1934 wurde in den USA ein Gesetz erlassen, das den Indianern ihre eigene Kultur erlaubte. Doch auch das wurde nicht immer umgesetzt. Noch heute gibt es mehr als 500 unterschiedliche Indianerstämme in den USA. Manche Indianer haben gute Jobs, manche Stämme betreiben auch Spielcasinos, anderen Stämmen geht es immer noch schlecht. Doch trotz der vielen Probleme sind die amerikanischen Ureinwohner stolz auf ihre Herkunft.

Gab es Winnetou und Pocahontas wirklich?

Aus Filmen und Büchern kennst du vielleicht die Indianer Pocahontas und Winnetou. Die mutige Häuptlingstochter Pocahontas gab es wirklich. Sie kämpfte für den Frieden zwischen Indianern und Siedlern. Wie im Disney-Film rettete sie den Engländer Captain John Smith. Später heiratete sie auch einen reichen Engländer – aber nicht John Smith, sondern John Rolfe. Sie hatten auch einen Sohn. Winnetou hingegen gab es nicht. Der deutsche Schriftsteller Karl May hat sich die Geschichten um den Häuptling aller Apachen ausgedacht. Karl May war eigentlich Lehrer und lebte von 1842 bis 1912. Damals wanderten besonders viele Leute nach Amerika aus und Karl May hörte von den Konflikten zwischen Europäern und Indianern. Weil er auf der Seite der Indianer war, dachte er sich die spannenden Geschichten über Winnetou und seinen weißen Blutsbruder Old Shatterhand aus. Wie die Situation in Amerika damals wirklich war, wusste Karl May aber nicht. Er reiste erst 1908 zum ersten Mal dorthin – da war Winnetou schon berühmt.

Was sind die Karl-May-Festspiele?

Die Abenteuer-Geschichten von Karl May sind so berühmt, dass viele von ihnen als Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt werden. In manchen deutschen Städten finden diese Aufführungen einmal im Jahr statt. Und als Schauspieler für eine solche Aufführung bewirbt sich Max im Kinofilm.

Von Angela Sommersberg

Winnetous Sohn, Deutschland, 2015, 92 Min., Regie: André Erkau

Hier kannst du den Film in Köln und Umgebung sehen

Bonn, Kinopolis, Moltkestr. 7-9, 53173 Bonn: Donnerstag 09.04. bis Mittwoch, 15.04., jeweils 14.50 Uhr

Köln, Cinenova,Herbrandstr. 11, 50825 Köln: Donnerstag 09.04. bis Mittwoch, 15.04., jeweils 15.10 Uhr

Köln, Metropolis, Ebertplatz 19, 50668 Köln: Donnerstag 09.04. bis Mittwoch, 15.04., jeweils 15 Uhr

Hier kannst du schon einmal in den Film hineinschauen