Wie aus Wasser Strom wird
Lampen, Smartphones, Küchengeräte: Viele Dinge in unserem Alltag benötigen Strom, um zu funktionieren. Diesen Strom aus der Steckdose kann man auch mit Wasser herstellen. Hier erfährst du, wie das geht.
Wenn wir im Fluss oder im Meer schwimmen, spüren wir die Kraft des Wassers. Sie kann uns tragen, mitreißen, sogar umwerfen. Diese Energie heißt Bewegungsenergie. Sie entsteht durch die Bewegung des Wassers. Wasserkraftwerke benutzen sie, um daraus Strom zu machen.
„Um die Energie, die im Wasser steckt, in Strom umzuwandeln, gibt es zwei Wege: Flusskraftwerke und Speicherkraftwerke“, sagt Christian Bauer. Er arbeitet an einem Forschungsinstitut in unserem Nachbarland Schweiz. Herr Bauer kennt sich gut mit Wasserkraft aus. In der Schweiz wird mehr als die Hälfte des Stroms mit Wasserkraft hergestellt. In Deutschland ist es nur ein winziger Teil.
„Bei Flusskraftwerken benutzen wir, ganz einfach gesagt, große Wasserräder“, erklärt Christian Bauer. Diese Wasserräder heißen auch Schaufelräder oder Turbinen. Das Wasser wird über einen kleinen Damm auf diese Schaufelräder geleitet. Die Räder drehen sich. „Diese Drehbewegung wird an einen Stromgenerator übertragen. Der Stromgenerator macht aus der Bewegung Strom“, sagt der Fachmann.
In Tälern aufgestaut
Der zweite Weg sind Speicherkraftwerke. „Dabei wird Wasser an einer Staumauer meist in Tälern aufgestaut. So entstehen Stauseen. Wenn Strom generiert werden soll, fällt das aufgestaute Wasser aus dem Stausee an der Staumauer nach unten. Unten wird es auf Turbinen gelenkt und bringt sie in Bewegung“, sagt Herr Bauer. Wenn etwas aus großer Höhe herunterfällt, hat es viel Bewegungsenergie, die nun zu Strom wird.

Christian Bauer kennt sich mit Wasserkraft sehr gut aus. Foto: Markus Fischer/Paul Scherrer Institut, PSI/dpa
Über noch größere Strecken fällt das Wasser in Pumpspeicherkraftwerke. Das sind besondere Speicherkraftwerke mit zwei Stauseen. Einer ist auf einem Berg. Ein Zweiter ist im Tal. Die beiden Seen sind mit Rohren verbunden. Wenn Strom erzeugt werden soll, fließt das Wasser aus dem oberen See durch die Rohre den Berg hinunter. Das Besondere: „Ist gerade kein Strom nötig, wird das Wasser mit Pumpen wieder hinaufgepumpt. In der Nacht zum Beispiel. So kann man immer wieder neuen Strom erzeugen“, erklärt der Experte.
Es braucht die richtigen Voraussetzungen
„Die Wasserkraft ist eine umweltfreundliche Art, Strom zu erzeugen“, betont Herr Bauer. Aber es brauche die richtigen Voraussetzungen. In der Schweiz gibt es die Alpen und viele Flüsse. Ein großer Teil der Flüsse wird bereits für Wasserkraft genutzt.
„Doch jedes Kraftwerk, das wir bauen, ist auch ein Eingriff in die Natur“, erklärt der Fachmann. Fische würden zum Beispiel in ihren Wanderungen behindert, wenn im Fluss ein Flusskraftwerk steht. „Deshalb passen wir auf, dass wir nicht zu viel in die Lebensräume der Tiere und Pflanzen bauen“, sagt Herr Bauer.
Von Mariana Friedrich (dpa)





