Warum ist der Regenwald in Gefahr?

Warum ist der Regenwald in Gefahr?
Das ist tropischer Regenwald in Brasilien. Das Land liegt in Südamerika. (Foto: dpa)

Der heutige Tag der Tropenwälder wurde von der Naturschutzorganisation WWF eingeführt. Er soll daran erinnern, dass Tropenwälder  immer mehr zerstört werden.

Diese Arten gibt es

Tropenwälder sind Wälder entlang des Äquators. Den kannst du dir vorstellen wie ein Band, das die Erde an ihrer breitesten Stelle umspannt. Er zieht sich unter anderem durch Länder in Afrika, Südamerika und durch Indonesien.  Rund um den Äquator sind die Temperaturen fast immer gleich – sehr warm. Es hängt von der Menge des Regens ab, wie und wann die Wälder wachsen.

Die bekannteste Tropenwaldart ist der tropische Regenwald. Er heißt so, weil es dort sehr viel regnet. Tropische Trockenwälder gibt es in Gegenden mit langen Dürrezeiten. Dort wachsen vor allem  dornige Sträucher und Bäume. Tropische laubabwerfende Wälder werfen ihre Blätter  in langen Trockenzeiten ab. So sparen sie Wasser. In der nächsten Regenzeit bekommen sie neue Knospen und Blätter.

Wichtig für das Klima

Viele Pflanzen und Tiere leben in und von den Tropenwäldern. (Foto: dpa)

Viele Pflanzen und Tiere leben in und von den Tropenwäldern. (Foto: dpa)

Alle diese Arten von Wäldern sind gefährdet. Dabei sind Tropenwälder sehr wichtig für den Lebenskreislauf der Erde: Sie produzieren nämlich einen großen Teil des Sauerstoffs, den wir Menschen und alle Lebewesen zum Atmen benötigen. Pflanzen wandeln das Gas Kohlendioxid in Sauerstoff um, den sie dann an die Umwelt abgeben. Das restliche Kohlendioxid speichern sie. Dadurch steuern sie das Klima auf der Erde. Weil aber die Regenwälder zerstört werden, wird dieses Kohlendioxid wieder freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre. Das ist schlecht für das Klima. Denn etwa die Hälfte des weltweit vorhandenen Kohlendioxids ist in den Pflanzen der Wälder gespeichert.

Wenn dieses in die Umwelt gelangt, trägt es zur Erderwärmung bei. Außerdem leben in Tropenwäldern mehr als die Hälfte der Tier- und Pflanzenarten auf der ganzen Erde. Durch die Zerstörung der Wälder sind sie vom Aussterben bedroht. Warum werden die Wälder zerstört, wenn sie doch eigentlich unverzichtbar sind?

Tropenwälder sind in Gefahr

Brauner Fleck: Hier wurden viele Bäume gerodet und gefällt. (Foto: dpa)

Brauner Fleck: Hier wurden viele Bäume gerodet und gefällt. (Foto: dpa)

Das größte Problem ist die Waldrodung. Das heißt, ein Stück Wald wird abgebrannt, damit dort Acker- oder Weideland entstehen kann. Das raubt den dort heimischen Tieren ihren Lebensraum und bringt das Gleichgewicht der Natur durcheinander. Du fragst dich jetzt bestimmt, warum man nicht einfach mit dem Roden aufhört, damit sich der Wald wieder erholen kann. Weil weltweit Produkte wie Fleisch und pflanzliche Lebensmittel gekauft werden, die auf diesen gerodeten Flächen hergestellt werden, geht das Roden weiter. Denn die Nachfrage nach den Produkten bleibt. Die Menschen wollen immer mehr. Der Bedarf ist so hoch, dass weltweit pro Minute rund 36 Fußballfelder Waldfläche gerodet werden. Ursprünglich haben die Tropenwälder 14 Prozent der Erdoberfläche bedeckt. Heute sind es nur noch sechs Prozent. Ihr Anteil hat sich also um mehr als die Hälfte reduziert.

Das kannst du tun

Mit einem Klick vergrößerst du das Bild. (Grafik: dpa)

Mit einem Klick vergrößerst du das Bild. (Grafik: dpa)

Um die restlichen Tropenwälder zu bewahren, ist es wichtig, sie zu schützen. Du kannst auch selbst aktiv werden, denn schon mit kleinen Dingen kann man einiges ausrichten. Zum Beispiel kannst du in der Schule zum Schreiben Recyclingpapier verwenden. Es wird aus wiederverwertetem Altpapier hergestellt und schont so die Holz-Reserven der Erde. Außerdem ist es gut, Produkte aus fairem Handel zu kaufen. Oder du kaufst direkt Produkte – zum Beispiel Fleisch – aus deiner Region. So kannst du sichergehen, dass dafür kein Regenwald abgeholzt wurde. Wenn außerdem alle Menschen weniger Fleisch essen würden, wäre es auch nicht mehr notwendig, so viel Regenwald zu verbrennen. Denn dann braucht man nicht mehr so viel Platz für Acker- und Weideland. Der Wald könnte sich langsam erholen.

Von Anica Tischler