Wer war Martin Luther?
Eine neue Kirche soll gebaut werden. Doch der Papst, der die Kirche bauen will, hat ein Problem: Ihm fehlt das Geld dafür! Da hat er vor langer Zeit eine Idee: Es soll einen neuen Ablass-Brief geben. So soll Geld zusammenkommen. Heute ist diese Kirche weltberühmt. Es ist der Petersdom.
Von den Sünden freikaufen
Was aber hat es mit dem Ablass-Brief auf sich? Vor 500 Jahren hatten die Menschen einen anderen Glauben als viele heutzutage. Gott war für viele Leute streng und rachsüchtig. Sie glaubten, Gott würde sie für ihre Sünden bestrafen. Deshalb gab es den Ablass-Handel.
Das heißt: Die Leute konnten sich von ihren Sünden freikaufen. Sie gaben der Kirche Geld und im Gegenzug bekamen sie einen Ablass-Brief. Das war eine Art Bestätigung, dass ihre Sünden ausradiert waren. Wer reich war, konnte also alles mögliche Böse tun – und sich einfach mit Geld freikaufen. Wer zu arm war, hatte Pech. So verdiente die Kirche einen Haufen Geld.
Luther kritisiert den Sünden-Handel
Doch einige Leute hielten den Ablass-Handel für falsch. Einer von ihnen war Martin Luther. Der Mann war damals ein weitgehend unbekannter Mönch. Doch das sollte sich schnell ändern. Denn er brachte etwas in Gang, was wir heute die Reformation nennen.
“Für Luther war der Ablass-Brief für den Petersdom der zündende Funke”, sagt ein Fachmann. Martin Luther schrieb auf, was ihn am Ablass und am Verhalten vieler Kirchenmänner störte. Seine Ansichten verbreiteten sich schnell im ganzen Reich. Martin Luthers Freunde leiteten seine Schriften weiter und teilten sie mit anderen.
Ein neuer Glaube entsteht
Martin Luther wollte die Kirche nicht zerstören, sondern verändern und verbessern. Doch dem Papst und dem Kaiser gefielen diese Ideen nicht. Sie fürchteten um ihre Macht und gingen gegen ihn vor. Andere Adelige fanden Martin Luthers Idee gut und unterstützten ihn. So spaltete sich die Kirche langsam: in den älteren, katholischen Glauben und dem neuen Glauben von Luther.
“Es gab schon längere Zeit Spannungen in der Gesellschaft. Und die entluden sich nun”, erklärt der Experte. Die Reformation lief nicht nur friedlich ab. Immer wieder kam es zu Kämpfen und Aufständen. Erst viele Jahre später konnten sich beide Seiten einigen. Der Kaiser und der Papst erkannten an, dass es eine neue Glaubensrichtung gab. Am Ende gab es den katholischen Glauben und den neuen evangelischen.
Von Stefanie Paul (dpa)






