Was passiert bei der Kommunion?

Was passiert bei der Kommunion?
Ein Mädchen erhält die Hostie während ihrer Erstkommunion (Foto: dpa)

Am ersten Sonntag nach Ostern sind wieder viele von ihnen zu sehen: Mädchen, die in ihren weißen Kleidern wie kleine Bräute aussehen, während die Jungs schicke dunkle Anzüge tragen. Mit Hochzeit hat das aber nichts zu tun. Denn am Sonntag gehen viele Grundschulkinder im ganzen Land zur Erstkommunion.  Was hat es damit eigentlich auf sich?

Was ist die Kommunion?

Kleid oder Anzug und eine Kerze in der Hand: So sehen Kommunionkinder aus (Foto: dpa)

Die Kommunion wird auch Eucharistie (Danksagung) genannt. Sie ist in der katholischen Kirche eines von insgesamt sieben sogenannten Sakramenten. Ein Sakrament bezeichnet bildlich eine Begegnung des Menschen mit Gott beziehungsweise mit Jesus. Dabei wird jedem Sakrament eine spezielle Wirkung zugeschrieben: Mit Taufe und Eucharistie beispielsweise wird man in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. Deswegen auch der Begriff  Kommunion. Er kommt vom lateinischen Wort „Communio“, das übersetzt „Gemeinschaft“ bedeutet.

Die Kommunion ist Teil der Messe, des wichtigsten Gottesdienstes in der katholischen Kirche: Die Gläubigen, die gemeinsam den Gottesdienst feiern, erinnern an das letzte Abendmahl, das Jesus vor seinem Tod mit seinen Freunden, den Jüngern, gefeiert hat und ihnen Brot zu essen und Wein zu trinken gegeben hat. Dabei hat er gesagt, dass das Brot sein Leib, der Wein sein Blut sei. Damit ist nicht gemeint, dass die Christen Fleisch essen würden, sondern dass sie ganz, ganz eng mit Jesus verbunden sind. In der Erstkommunion dürfen die Kommunionkinder das zum ersten Mal erleben. Und das wird natürlich gefeiert.

Ab welchem Alter geht man zur Kommunion?

Vor der Erstkommunion sollen die Kinder etwas über den Glauben lernen. Dafür soll  das „Vernunftalter“ erreicht sein: Die Kinder sollen also  zum Beispiel rechnen, schreiben und lesen können. Hierzulande fällt die Erstkommunion meistens ins dritte Grundschuljahr.

Was ist vorher wichtig?

Man muss getauft sein, um an der  Kommunion teilnehmen zu dürfen. Zur Vorbereitung treffen die Kinder sich mit Gleichaltrigen. Unter Anleitung eines Erwachsenen lernen sie Kirche und Bibel besser kennen und erfahren, was Jesus alles gemacht und gesagt hat. Außerdem werden ihnen wichtige Gebete und Lieder beigebracht, zum Beispiel das Vaterunser.

Wie ist das in der evangelischen Kirche?

Da ist es so ähnlich wie bei den Katholiken. Die Kommunion ist bei den evangelischen Christen mit der „Konfirmation“ vergleichbar. Sie  soll auch ein persönliches „Ja“ zum Glauben sein. Und danach dürfen auch die Konfirmierten am Abendmahl teilnehmen. Das ist der evangelische Name für die Kommunion. In evangelischen Gemeinden sind die Konfirmanden allerdings älter als die Kommunionkinder – meistens um die 14 Jahre.

Warum der Name „Weißer Sonntag“?

Der Name „Weißer Sonntag“ erinnert an eine etwa 1500 Jahre alte Tradition. Früher fand die Taufe immer nur an Ostern statt – in Erinnerung an die Auferstehung Jesu von den Toten und das neue Leben im Glauben. Die neu getauften Christen  trugen weiße Gewänder – ein Zeichen für Reinheit. Sie trugen diese Gewänder eine Woche lang, bis zum ersten Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag. Der wurde vor etwa 300 Jahren zum bevorzugten Termin für die Erstkommunionfeiern der Kinder mit ihren weißen Kleidern.

Von Jens Kopke, jf