Keine Angst vor dem Sehtest – Ein Besuch beim Optiker

Für die richtige Brille müssen verschiedene Dinge getestet werden. (Foto: dpa)
Für die richtige Brille müssen verschiedene Dinge getestet werden. (Foto: dpa)

Buchstaben verschwimmen beim Lesen, Schriftzüge sind schlecht zu erkennen. Viele Menschen brauchen im Alltag eine Brille. Reporterin Kartlotta Ehrenberg hat einen Sehtest gemacht und erklärt, was dabei wichtig ist.

Die Anzeigetafel am Bahnhof steht nur wenige Meter entfernt. Doch die Uhrzeiten flimmern vor meinen Augen. Wann fährt wohl der nächste Zug? Erst als ich ganz dicht unter der Tafel stehe, kann ich die Zeiten erkennen. Das habe ich in letzter Zeit häufiger bemerkt. Brauche ich eine Brille?

Um das beantworten zu können, muss ich einen Sehtest machen. Dafür geht man zum Beispiel zu einem Augenarzt oder Optiker. Ich entscheide mich für Optikerin Susanne Heinemann aus der Hauptstadt Berlin.

KINA - Endlich klare Sicht

Das ist die Optikerin Susanne Heinemann. Bei ihr gibt es viele verschiedene Brillen.

Der erste Test

Zu Beginn soll ich mich ganz dicht vor ein Gerät setzen und hineinschauen. Ich erkenne ein Bild von einer Autobahn, die in die Ferne führt. An ihrem Ende schwebt ein kleiner roter Heißluftballon. Immer wieder verschwimmt das Bild vor meinen Augen und wird wieder scharf. Dann piept es.

Nach einigen Pieptönen druckt Frau Heinemann einen langen Zettel aus. Viele kleine Zahlen stehen darauf. „Die Messung hat ergeben, dass Sie auf beiden Augen kurzsichtig sind“, erklärt die Expertin.

Okay, ich bin also kurzsichtig. Das bedeutet: Ich sehe Dinge in meiner Nähe scharf, weiter entfernte Dinge unscharf. Jetzt weiß ich auch, warum ich die Anzeigetafeln am Bahnhof nicht lesen kann!

Der zweite Test

KINA - Endlich klare Sicht

Dieses seltsam aussehende Brillengestell bekommt man beim Sehtest auf die Nase. (Foto: dpa)

Schritt Kann ich mir jetzt eine schicke Brille aussuchen? „Nein“, sagt Frau Heinemann. „Der ganz genaue Test kommt jetzt erst.“ Die Expertin setzt mir ein komisches Brillengestell auf die Nase und verdeckt eines meiner Augen mit einer schwarzen Platte. Dann fordert sie mich auf, eine Zahlenreihe vorzulesen.

Ich bin ein bisschen aufgeregt. Doch Frau Heinemann beruhigt mich. „Hier kann man nichts richtig oder falsch machen“, beschwichtigt sie mich. „Sagen Sie mir einfach, wie Sie was sehen.“Zuerst erkenne ich gar nichts. Erst als Frau Heinemann mir eine Linse in die Messbrille schiebt, wird das Bild scharf. Die erste Zahlenreihe liest sich total leicht. Die nächste ist viel kleiner, aber immer noch ganz gut zu erkennen. Die dritte ist so winzig, dass ich sie nur mit zugekniffenen Augen vorlesen kann. Ganz sicher bin ich mir nicht mehr.

Bei der letzten Reihe erkenne ich nur noch schwarze Punkte. Gut, dass Frau Heinemann nun eine andere Linse in das Gestell schiebt. Damit sehe ich sofort besser. Richtig gut gelingt mir das Lesen aber erst mit der dritten Linse.

Warum hat sie diese Linse denn nicht gleich eingelegt? „Weil ich erst schauen wollte, ob sie vielleicht mit einer schwächeren Linse auskommen“, erklärt Frau Heinemann. „Eine Brille sollte weder zu stark noch zu schwach sein, sondern genau richtig.“

Dann endlich: Brille aussuchen

Ein paar Tests später ist alles vermessen und die Brille bestellt. Endlich! Ich kann mir sicher sein, dass sie genau zu meinen Augen passen wird. Bald weiß ich also auch von Weitem, wann der nächste Zug abfährt.

Von dpa

KINA - Linsen mit BuckelExtra: Wann ist man kurzfristig, wann weitsichtig?

Nicht alle Menschen mit Brille haben dasselbe Problem. Manche sind kurzsichtig, andere weitsichtig.

Kurzsichtige können Dinge gut erkennen, die in ihrer Nähe sind. Bei weitsichtigen Menschen ist es andersherum. Sie sehen weit entfernte Dinge besser. Manche Menschen sind von Geburt an kurzsichtig. Oft entwickelt sich das Problem aber erst nach einigen Jahren.

Weitsichtig sind viele ältere Menschen. Sie brauchen häufig eine Brille zum Lesen. Schließlich hält man das Buch eher nah vor dem Gesicht. Und nahe Gegenstände können weitsichtige Menschen nicht so gut erkennen. Eine Brille kann helfen, damit die Buchstaben nicht verschwimmen.

Extra: Welche Brille hilft?

Es ist aber auch nicht Es kommt auf die richtige Linse an. Linsen leiten Lichtstrahlen in verschiedene Richtungen weiter. Je nachdem, wie sie geformt sind. Dabei unterscheidet man zwischen konkaven und konvexen Linsen.

Kurzsichtige Menschen zum Beispiel brauchen Konkav-Linsen. Diese sind in der Mitte dünner als am Rand. Sie zerstreuen das Licht in viele Richtungen.
Weitsichtigen Menschen helfen diese Linsen nicht. Sie brauchen Konvex-Linsen. Diese sind in der Mitte dicker als am Rand. Sie sammeln das Licht in einem Punkt. Deshalb nennt man sie auch Sammellinsen.

Bei so vielen komplizierten Namen kommt man schnell durcheinander. Zum Glück gibt es ein paar Merksprüche. Einer von ihnen lautet: Konvex hat ’nen Buckel wie ’ne Hex. Das ist also die Linse, die in der Mitte dick ist.

Von dpa