Bis wann durften Eltern Kinder schlagen?

Bis wann durften Eltern Kinder schlagen?
Schläge machen Menschen krank und traurig. Bis vor wenigen Jahren war es Eltern in Deutschland aber noch erlaubt, ihre Kinder zu schlagen. (Foto: dpa)

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.“ So steht es in Deutschland im Gesetz. Das bedeutet: Eltern dürfen ihre Kinder nicht schlagen. Eine Ohrfeige etwa ist bei uns tabu. Das war aber längst nicht immer so in Deutschland. 

Opa wurde von Lehrern noch verhauen

Im Mittelalter etwa schlugen Lehrmeister ihre Schüler, wenn diese etwas nicht kapierten. Auch wenn schon damals manche Erzieher fanden, dass Schläge nicht der richtige Weg sind, um Kindern etwas beizubringen.

Verboten wurden die Schläge aber lange Zeit nicht. Noch vor ungefähr 60 Jahren bestraften häufig Väter und Mütter ihre Kinder mit Prügel. „Wenn die Eltern wütend waren, haben das oft die Kinder abbekommen“, erklärt die Expertin Cordula Lasner-Tietze vom Kinderschutzbund. „Das konnten die Kinder oft nicht verstehen.“

Auch in der Schule verteilten Lehrer manchmal Schläge. Teilweise benutzten sie dafür sogar Lineale und lange Stäbe aus Holz. Deine Großeltern haben so etwas vielleicht noch in der Schule erlebt.

Seit 17 Jahren gewaltfrei

Das Gesetz für die gewaltfreie Erziehung gibt es erst seit knapp 17 Jahren. Erst seitdem sind zum Beispiel Ohrfeigen in der Erziehung verboten. Trotzdem kommt es immer noch vor, dass Eltern ihre Kinder schlagen.

Am Donnerstag machten Fachleute in der Hauptstadt Berlin auf das Thema aufmerksam. „Kinder werden täglich Opfer von Gewalt“, sagte einer der Experten. Man dürfe nicht nachlassen, sie zu schützen.

Außerdem fordern Fachleute, dass Kinder sich einfacher Hilfe suchen können. Ein gutes Beispiel ist die Nummer gegen Kummer. Kinder können die Nummer 116 111 anrufen und ihre Sorgen loswerden.

Von dpa

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