Welche Aufgabe haben Emojis?

Welche Aufgabe haben Emojis?
Es gibt sogar einen Welttag für Emojis, an dem sich immer am 17. Juli Emoji-Fans treffen - wie auf diesem Foto in London. (Foto: dpa)

So gut wie jeder benutzt sie. Aber warum eigentlich? Wir haben mit einer Expertin über den Sinn hinter Emojis geredet.

Emoji Gene (Mitte) mit seinen Freunden (Foto: Foto: -/2017 Sony Pictures Releasing GmbH/dpa)

Der eine lächelt. Der andere streckt die Zunge raus. Der nächste ist rot vor Wut. Und ein weiterer macht einen Kussmund. Jedes Emoticon hat nur einen Gesichtsausdruck. Bei Gene ist das anders: Er kann viele unterschiedliche Gesichtsausdrücke zeigen. Aber das will er ändern – damit er so ist, wie die anderen Smileys. Darum geht es in dem Animationsfilm „Emoji“, der heute im Kino startet.

Dass es mittlerweile einen eigenen Film über die runden, gelben Symbole gibt, zeigt: Emojis und Emoticons sind heutzutage ganz schön wichtig. Aber warum ist das so? Und welche Aufgaben haben Emojis in unserem Alltag? Darüber haben wir mit Wera Aretz gesprochen. Sie ist Professorin für Medienpsychologie an der Hochschule Fresenius in Köln.

Warum gibt es Emojis?

Stell dir mal vor, deine Freundin sagt: „Du bist doof.“ Aber dabei lächelt sie und in ihrer Stimme liegt so ein witziger Ton. Dann weißt du, dass sie es nicht ernst gemeint hat, sondern dich nur ärgern wollte. Aber was wäre, wenn deine Freundin dir diesen Satz über Whatsapp schreibt? Dann wärst du ganz schön sauer, oder? „Wenn wir über Nachrichten kommunizieren, dann fehlen bestimmte Signale, wie Gesichtsausdruck, Gesten oder Tonfall“, erklärt Wera Aretz.

Und wir sprechen heutzutage sehr viel über Texte miteinander: Wir schicken eine Whatsapp, eine SMS oder eine E-Mail, wir posten etwas bei Facebook oder kommentieren ein Foto bei Instagram. Wir haben also nur Worte und Satzzeichen (wie Punkt, Komma, Frage- oder Ausrufezeichen), um deutlich zu machen, was wir meinen. „Und dabei verstehen wir oft etwas falsch“, sagt Wera Aretz. „Deswegen sind Emojis entwickelt worden: Um Missverständnissen vorzubeugen.“

Was machen Emojis?

Hihi! Ein lachender Emoji sagt: Witzig! (Foto: dpa)

Emojis haben vier Aufgaben, erklärt Wera Aretz. Erstens: Wir zeigen damit unsere Gefühle. Wenn du zu einem Satz ein Smiley mit Tränen in den Augen stellst, dann weiß der andere: Du bist wirklich traurig. Zweitens: Wir bebildern damit eine Situation, in der wir uns befinden. Zu einer Nachricht, die du aus dem Urlaub schickst, setzt du eine Sonne, einen Strand und Meer. Drittens: Wir entschärfen unsere Mitteilung. Wenn du den Satz „Du bist aber zickig heute“ mit einem Grinse-Smiley ergänzt, wirkt er nicht mehr ganz so böse. Viertens: Wir machen Witze deutlich. Wenn bei dem Satz „Du bist doof“ das Emoticon mit rausgestreckter Zunge steht, weiß der andere, dass er lustig gemeint ist. Übrigens: Studien haben gezeigt, dass Leute, die häufig Smileys verwenden, von anderen als besonders freundlich und liebenswürdig eingeschätzt werden.

Wann wird’s schwierig?

Hört sich alles ganz leicht an, oder? Problematisch wird es, wenn wir das Emoji, das der andere benutzt, nicht richtig verstehen. Zurzeit gibt es etwa 1800 unterschiedliche Emojis, schätzt Wera Aretz. Und es kommen immer neue dazu. Ganz schön schwierig, da die Bedeutung jedes Symbols zu kennen – und den Überblick zu behalten. „Es ist wichtig, dass die Botschaft und das Emoji auch zusammenpassen“, sagt Wera Aretz. Sonst sind wir noch mehr verwirrt. Wenn du also schreibst: „Ich freu mich auf dich“ und dahinter das orange, wütende Smiley setzt, weiß der andere bestimmt nicht, wie er deine Nachricht verstehen soll.

Was haben Emojis verändert?

Emojis können aber nicht nur dafür sorgen, dass wir verwirrt sind – sie können auch ziemlich starke Gefühle in uns auslösen. Wenn dir zum Beispiel der Junge, in den du heimlich verknallt bist, ein Kuss-Smiley schickt, bekommst du Herzrasen und freust dich total. „Bei Liebesnachrichten können Smileys die Gefühle viel intensiver machen“, sagt Wera Aretz. Wenn du allerdings mitbekommst, dass derselbe Junge nicht nur dir, sondern auch noch einem anderen Mädchen das Kuss-Smiley schickt, kann es gut sein, dass du eifersüchtig wirst. Und überhaupt: Wem darf man so ein Kuss-Smiley denn schicken? Nur dem festen Freund oder der Freundin? Oder auch der besten Freundin, der Schwester, der Mama? Darüber gibt es immer wieder Diskussionen – und keine eindeutige Antwort.

Von Angela Sommersberg

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