Ein Pirat segelt um die Welt 

Ein Pirat segelt um die Welt 
Mit dem Schiff «Golden Hinde» ging Francis Drake auf große Fahrt. Ein Nachbau ist heute in London zu sehen. Foto: Christoph Driessen/dpa-tmn/dpa

Er kaperte Schiffe und raubte die Ladung. Das tat er aber alles im Auftrag der englischen Königin! Vor etwa 480 Jahren wurde der Seefahrer Francis Drake geboren. Als zweiter Mensch überhaupt umsegelte er die Welt. Wir erklären dir heute, wie es dazu kam.

Bild: Wikipedia, Wellcome Library, London.

Was wollte die Königin?

Es waren einmal ein König und eine Königin, die waren sich spinnefeind. Warum das so war, ist schnell erklärt: Der König hieß Philipp II. – er war Herrscher über Spanien und Befehlshaber über eine riesige Flotte von Schiffen. Aber nicht nur das. Philipp hatte ein gigantisches Reich. Die Spanier waren viele Jahre zuvor in Südamerika eingefallen. Seitdem plünderten sie dort Gold und andere Schätze und vertrieben die Ureinwohner von ihrem Land.

Die Königin hieß Elizabeth I., sie war Herrscherin über England. Und sie wollte ihr Land zu dem machen, was Spanien schon war: zu einer Großmacht! Doch in einem offenen Krieg hätte England keine Chance gehabt. Deshalb nutzte die Königin einen Trick. Sie schickte sogenannte Freibeuter los. Das bedeutet so viel wie Piraten.

So ungefähr soll der Seefahrer Francis Drake ausgesehen haben. Foto: dpa

Wie lautete der Auftrag?

Der wohl berühmteste dieser Piraten war Francis Drake. Natürlich durfte niemand wissen, dass er im Auftrag der Königin unterwegs war. Das war streng geheim! Francis Drake kaperte spanische Schiffe, raubte die Ladung und übergab die Beute dann der Königin. So bekam sie Geld, um ihre geplante Kriegsflotte aufzubauen.

Im Dezember 1577 brach Francis Drake zu einer besonderen Mission auf. Er sollte unter anderem den geheimnisvollen Südkontinent suchen, die sogenannte Terra Australis. Denn dort müsste es natürlich auch jede Menge Schätze geben! Von England aus segelte Francis Drake dazu über den Atlantik, Richtung Südamerika.

Mit dem Schiff «Golden Hinde» ging Francis Drake auf große Fahrt. Ein Nachbau ist heute in London zu sehen. Foto: Christoph Driessen/dpa-tmn/dpa

Was erlebten die Piraten?

Mit fünf Schiffen war er gestartet, doch es gab Probleme. Zwei Schiffe sanken, eins kenterte, eins kehrte wieder um. So blieb nur noch die „Golden Hinde“ übrig. Doch von der geheimnisvollen Terra Australis war weit und breit nichts zu sehen. Also segelte Francis Drake weiter und kaperte unterwegs noch ein voll beladenes spanisches Schiff.

Doch wie sollten er und seine Leute nun wieder nach Hause kommen? Ein weiteres Abenteuer begann: Denn Francis Drake durchquerte den Pazifischen Ozean, er segelte viele Tausend Kilometer und umrundete auch noch Afrika. Erst nach drei Jahren erreichte er wieder seine Heimat.

Karte: Die Weltumsegelung des Francis Drake. Grafik: F. Bökelmann/dpa

Welche Kritik gibt es?

Da war die Überraschung groß. In England hatte man ihn für tot gehalten! Nun war sein Schiff  voll beladen, auch mit Gold. Das Besondere war aber vor allem, dass Francis Drake die Welt umrundet hatte! Damit war er der zweite, dem das gelungen war.

Obwohl er ein bekannter Mann war und viel für das Land getan hatte, finden viele Menschen die Bewunderung für Francis Drake heute nicht mehr gut. Denn er raubte nicht nur Gold. Er beteilige sich auch am Handel mit Sklaven, also an Menschenraub.

Von Stefanie Paul (dpa)