Eine sehr erfolgreiche Geschichte: „Der kleine Prinz“

Eine sehr erfolgreiche Geschichte: „Der kleine Prinz“
Diese Illustrationen vom kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupéry wurden uns vom Karl Rauch Verlag zur Verfügung gestellt.

Es heißt, dass dieses Buch das dritt-erfolgreichste auf der ganzen Welt ist: Zuerst kommen die Bibel und der Koran und dann – kannst du es erraten? Genau, es ist „Der kleine Prinz“. Nach den beiden wichtigen Religions-Büchern wurde kein anderes Buch so oft übersetzt wie der Prinz.

Ursprünglich wurde es auf Französisch geschrieben, aber mittlerweile können Kinder und Erwachsene es in mehr als 150 Sprachen lesen. Aber worum geht es in der Geschichte eigentlich? Warum ist sie so erfolgreich? Und warum gibt es gerade jetzt so viele neue Fassungen von der Geschichte?

Die Geschichte

Ein Mann stürzt mit seinem Flugzeug in der Wüste ab – und trifft einen Jungen, den kleinen Prinzen. Die beiden verbringen einige Tage zusammen und der Mann erfährt die Geschichte des Jungen. Der Prinz stammt von einem winzigen Planeten im Weltall. Dort lebt er mit drei Vulkanen, Affenbrotbäumen und einer arroganten, sprechenden Blume. Eines Tages ärgert er sich so sehr über die Blume, dass er sein Zuhause verlässt, um sich neue Freunde zu suchen. Auf seiner Reise trifft er viele komische Gestalten unter anderem einen Fuchs, der ihm einen guten Ratschlag gibt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Am Ende der Geschichte verschwindet der kleine Prinz, obwohl der Pilot ihn noch lange sucht. Vielleicht ist er nach Hause, zu seiner Blume, zurückgekehrt?

Die Botschaft

Der Satz mit dem Herzen ist ziemlich berühmt. Der Schriftsteller wollte damit wahrscheinlich sagen: Wenn alle Menschen nur so handeln würden, wie ihr Herz es ihnen sagt, dann wäre die Welt besser und friedlicher. Der Autor Antoine de Saint-Exupéry wusste nämlich, wie furchtbar Krieg sein kann. Er war selbst Pilot in Zweiten Weltkrieg und hat den Prinzen geschrieben, als der Krieg noch nicht beendet war. Außerdem ist „Der kleine Prinz“ auch eine Geschichte über Heimweh und Freundschaft. Erst als der Prinz weit weg von der Blume ist, merkt er, wie gern er sie eigentlich hat. Übrigens: Obwohl Saint-Exupéry seine Geschichte eigentlich für Kinder geschrieben hat, lesen sie auch viele Erwachsene.

Der Autor

Selbst hatte Antoine de Saint-Exupéry übrigens keine Kinder. Er war aber verheiratet – mit einer Frau namens Consuelo. Geboren wurde Antoine am 29. Juni 1900. Er hatte vier Geschwister, sein Vater starb, als er noch ganz klein war. Weil er total verrückt nach Flugzeugen war, machte er eine Ausbildung zum Pilot. Einmal stürzte er – genau wie der Erzähler seiner Geschichte – über der Wüste ab. Vielleicht hatte er damals schon die Idee zum „kleinen Prinzen“. Er hat auch noch andere Bücher geschrieben. Von einem seiner Flüge kehrte er jedoch nie zurück – vermutlich ist sein Flugzeug abgestürzt. Antoine de Saint-Exupéry verschwand 1944, da war er 44 Jahre alt.

Das Buch

Lange Zeit gab es nur einen einzigen Verlag in Deutschland, der den „kleinen Prinzen“ veröffentlichen durfte. Seit Anfang dieses Jahres gibt es aber viele neue Fassungen der Geschichte. Das hat einen Grund: Jeder Schriftsteller, Musiker oder Maler besitzt seine Werke und die Idee dazu selbst. Er darf bestimmen, was damit passiert. Das nennt man Urheberrecht. Ein Schriftsteller darf also nicht ein Buch schreiben, in dem fast die gleiche Geschichte erzählt wird, wie in einem anderen Buch, das es bereits gibt. Wenn ein Künstler stirbt, dann vererbt er das Urheberrecht an seine Nachkommen. Das Recht erlischt aber 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers. Weil Antoine de Saint-Exupéry vor gut 70 Jahren gestorben ist, dürfen seine Nachfahren nicht mehr so genau bestimmen, was mit seinen Geschichten passiert. Deswegen gibt es bald bestimmt noch mehr Produkte vom kleinen Prinzen. Im Oktober soll es übrigens auch einen Kinofilm geben.

Von Angela Sommersberg