Was verbindet CDU und CSU?

Was verbindet CDU und CSU?
Streiten sich oft: Angela Merkel von der CDU und Horst Seehofer von der CDU (Foto: dpa)

Die Parteien CDU und CSU werden oft als „Schwesterparteien“ bezeichnet. Aber warum eigentlich? 

Martin Schulz (rechts) von der Partei SPD wird in den nächsten Wochen mit CDU und CSU diskutieren. (Foto: dpa)

Ab Mittwoch wird in Berlin wieder geredet und geredet und geredet. Dann treffen sich die Parteien CDU und CSU mit der SPD. Sie wollen besprechen, ob sie nicht doch noch weiter zusammen in einer großen Koalition regieren könnten. Eigentlich hatte die SPD das nach der Bundestagswahl vor fast drei Monaten ausgeschlossen. Doch nachdem die Verhandlungen zwischen CDU/CSU, Grünen und FDP gescheitert sind, ist die SPD jetzt doch zu Gesprächen bereit.

Aber warum muss man immer so kompliziert von CDU und CSU sprechen? Gehören die nun zu einer Partei – oder nicht?

Was ist die CSU?

Die CDU gibt es überall in Deutschland, außer in Bayern. Und die CSU gibt es nur in Bayern. Die beiden Parteien sind voneinander getrennt – jede hat ihren eigenen Chef, ihre eigenen Regeln, und oft ihre eigenen Ideen für Deutschland. Trotzdem arbeiten die Parteien auch eng zusammen. Gemeinsam sind sie die Unions-Parteien.

Im Bundestag, also im Parlament, bilden die Abgeordneten von CDU und CSU eine gemeinsame Gruppe, eine Fraktion. Und bei der Bundestagswahl werden die Stimmen von beiden zusammengezählt. Weil die CSU viel weniger Mitglieder hat als die CDU, bezeichnet man sie oft als „kleine Schwester“ der CDU. Übrigens: Beide Parteien haben eine gemeinsame Gruppe für junge Mitglieder, die „Junge Union“.

Warum das alles?

Der Grund dafür, dass es zwei Parteien gibt, liegt in der Geschichte. Im Jahr 1945, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, schlossen sich mehrere kleine Parteien zu einer großen zusammen und gaben sich den Namen CDU. Das C steht für christlich, weil die Mitglieder Katholiken oder Protestanten waren. Das D steht für demokratisch, also dafür, dass das Volk bestimmen soll. U steht für Union, das lateinische Wort für Einheit (weil sich die kleinen Parteien zusammengeschlossen hatten).

Die Mitglieder aus Bayern aber hatten zum Teil andere Ansichten als die große Gruppe. Deswegen gründeten sie ihre eigene Partei, die CSU. Das steht für Christlich-Soziale Union.

Und dann?

Aber wie das bei Geschwistern so ist, kommt es immer wieder zu Streit zwischen CDU und CSU. Im Jahr 1976 beschloss die CSU sogar, im Bundestag nicht mehr in einer gemeinsamen Gruppe mit der CDU zu sitzen, sondern eine eigene Fraktion zu gründen. Diese Entscheidung wurde aber nach einigen Wochen und vielen Diskussionen wieder zurückgenommen.

Auch in den vergangenen Jahren gab es immer wieder heftige Auseinandersetzungen zwischen Angela Merkel, Bundeskanzlerin und Chefin der CDU, und Horst Seehofer, bayrischer Ministerpräsident und Chef der CSU.

Nach der Bundestagswahl Ende September mussten CDU und CSU erst mal ihre eigenen Streitereien schlichten, bevor sie mit anderen Parteien reden konnten. Konkret ging es dabei um die Flüchtlinge: Die CSU wollte genau festlegen, wie viele Flüchtlinge in Zukunft nach Deutschland kommen dürfen, die CDU wollte das nicht. Schließlich haben die beiden Parteien sich auf einen „Richtwert“ geeinigt, also auf eine ungefähre Zahl.

Dass die Verhandlungen mit den Grünen und der FDP so schwierig waren, lag oft auch daran, dass die CSU eigene Vorstellungen hatte, die sie durchsetzen wollte. Mal sehen, wie das ab Mittwoch mit der SPD wird.

Von Angela Sommersberg