Extra-Rechte für Großbritannien

Extra-Rechte für Großbritannien
Die Flagge Großbritanniens (ganz links) und die Sternen-Flagge der EU (Foto: dpa)

Auf dem EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag haben die Staatschefs der europäischen Länder viel miteinander diskutiert und wichtige Entscheidungen getroffen. Wir erklären, worum es genau ging.

Großbritannien verhandelt hart

Großbritannien hat der EU mit dem "Brexit" gedroht - also damit, aus dem Staatenverbund auszutreten. (Foto: dpa)

Großbritannien hat der EU mit dem „Brexit“ gedroht – also dem Austritt aus der EU. (Foto: dpa)

Vor dem EU-Gipfel hat Großbritannien immer wieder damit gedroht, aus der EU auszutreten. Die EU ist ein Staaten-Verbund, die Abkürzung bedeutet: Europäische Union. Zur EU gehören zurzeit 28 Staaten, unter anderem Deutschland. Großbritannien ist ein großer Staat, zu dem etwa England und Schottland gehören. In Zeitungen und Fernsehen war deswegen immer wieder das Wort „Brexit“ zu hören. Dieser Begriff setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, aus Britain und Exit. Britain ist englisch und steht für Großbritannien. Exit bedeutet unter anderem Austritt.

Der britische Staatschef David Cameron (Foto: dpa)

Der britische Staatschef David Cameron (Foto: dpa)

Viele Experten glauben, dass es sehr schlecht für die Wirtschaft und den Zusammenhalt auf dem Kontinent wäre, wenn Großbritannien aus der EU austritt. Die Politiker der EU, darunter auch Angela Merkel, wollen deswegen unbedingt verhindern, dass Großbritannien die EU verlässt.

Großbritannien sagt aber: Wir spielen nur dann weiter in der EU mit, wenn ihr einiges ändert.  Über Großbritanniens Vorstellungen haben die EU-Politiker jetzt zwei Tage und Nächte lang miteinander gesprochen. Dabei saßen der britische Staatschef David Cameron und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel mit Politikern aus der ganzen EU an einem Tisch.

Extra-Rechte für Großbritannien

Am Ende haben die Politiker viele Änderungen für Großbritannien vorgenommen. Angela Merkel sagte in Interviews aber: Es waren nicht zu viele.

Großbritannien wollte mit einigen Änderungen erreichen, dass weniger Menschen aus dem Ausland zu ihnen kommen. Jetzt wurde beschlossen: Die Regierung darf in Extremsituationen günstige Wohnungen und Geldzahlungen an hilfsbedürftige Arbeiter aus dem Ausland streichen. Außerdem will Großbritannien mehr Macht bei Entscheidungen in der EU. Es will sich nicht einfach nach der Mehrheit richten – so wie es normalerweise in der Politik läuft. Bei den Verhandlungen hat Cameron jetzt erreicht, dass einzelne Regierungen besser widersprechen und Entscheidungen der EU blockieren können.

Politiker kritisieren Sonderregeln

Nicht allen Politikern passen die Änderungen. Einige sagen: Politik ist ein Spiel mit Regeln. Aber Großbritannien will sich nicht an die Spielregeln halten. Lieber will es Sonderrechte. Sie befürchten auch, dass noch andere Staaten solche Sonderrechte haben wollen – jetzt, wo Großbritannien damit angefangen hat.

Es könnte übrigens sein, dass Großbritannien trotzdem aus der EU austritt. Denn die Regierung will die eigene Bevölkerung darüber entscheiden lassen. Die Wahl soll in ein paar Monaten stattfinden. Falls das passiert, gelten aber natürlich auch die Sonderrechte für Großbritannien nicht mehr. Das haben die Politiker so ausgemacht.

Von ann