„Rein ins Gemälde!“: Mehr als nur Kunst
Bei einer Zeitreise in einem Museum in Berlin können Kinder quasi in ein Gemälde aus früheren Zeiten schlüpfen. Dabei erfahren sie viel über die Menschen dort und wie sie damals lebten.
Wie haben Menschen wohl vor hunderten Jahren gelebt? Antworten auf solche Fragen findest du am besten im Museum. In der Ausstellung „Rein ins Gemälde!“ kannst du selbst ein wenig in der Zeit zurückreisen.
Das Deutsche Historische Museum in Berlin hat einen großen Raum nur für Kinder eingerichtet. Wie das genau aussehen soll, hat auch eine Schulklasse entschieden. Nina und Željka waren dabei und haben die Ausstellung mitgestaltet. „Wir wurden auch gefragt: Was wollen wir in der Ausstellung haben? Was sind unsere Ideen?“, erzählt Nina. „Jetzt ist auch die Hälfte der Ideen von uns.“
Aufgebaut ist die ganze Ausstellung um ein riesiges Gemälde. Das deckt eine gesamte Wand ab und zeigt, wie Menschen vor über 500 Jahren lebten. Weil so viele Leute darauf zu sehen sind, ist es wie ein großes Wimmelbild. „Man kann genau erkennen, was die Menschen gerade machen“, sagt Željka. „Man kann sich auch selber ausdenken, was die vielleicht gerade sprechen oder denken.“
Vier Menschen ausgewählt
Für die Ausstellung ließen sich Nina, Željka und ihre Mitschüler zu den Leuten etwas einfallen. Sie suchten sich vier Menschen aus dem Gemälde aus und überlegten, wie diese damals wohl gelebt haben. Eine davon ist eine Kaufmannsfrau. Da sie zu den Reichsten der Stadt gehörte, besaß sie viele teure Dinge.

In der Kinderausstellung «Rein ins Gemälde!» lernt man auch viel rund ums Restaurieren. Foto: Niklas Graeber/dpa
Dagegen hatte es der Hirtenjunge viel schwieriger. Seine Familie war arm und er musste schon als Kind viel arbeiten. Auch für einen Turnierritter und einen reisenden Händler dachten sich die Kinder Geschichten aus. Passend dazu gibt es echte Gegenstände aus dieser Zeit zu sehen.
„Es ist einfach schön.“
Zu den Kaufmannsleuten sind etwa goldenes Besteck oder edle Uhren ausgestellt. Auch eine ganze Ritterrüstung und Kleidung aus der Zeit kann betrachtet werden. „Es ist viel besser als im Klassenraum. Da kriegt man die Informationen auf einem Blatt und soll es auswendig lernen“, sagt Željka. «„Hier kann man sogar Dinge wirklich in echt sehen. Es ist einfach schön.“
An vielen Stellen dürfen Kinder auch selbst mitmachen. An einer Musikstation soll man etwa den Ton von alten Instrumenten erraten. Wie die Pflanzen auf dem Bild riechen, lässt sich mit der eigenen Nase herausfinden. Mit einer langen Lanze kann sogar ein Ritterkampf nachgespielt werden. So macht es Spaß, über Geschichte zu lernen, findet Nina. „Es ist einfach schön, wenn Kinder sich erkundigen wollen, wie es früher mal war.“
Von Niklas Graeber (dpa)





