Täglich sechs Stunden Filme schauen

Täglich sechs Stunden Filme schauen
Das Maskottchen sitzt in der ersten Reihe beim "Goldenen Spatz". (Foto: dpa)

Eine Woche lang in gemütlichen Kinosesseln sitzen statt auf harten Schulstühlen – das hört sich ganz schön gut an, oder? Findet auch Clara aus Köln. Und sie darf das sogar machen! Die 13-Jährige ist Jurymitglied beim Filmfestival „Goldener Spatz“. Wie sie das geworden ist, was ihre Aufgabe ist und was das überhaupt für ein Festival ist, erfährst du hier.

Was ist der Goldene Spatz?

Das ist ein Festival für Medien in Gera und Erfurt. Insgesamt 36 Kinder schauen sich Filme, Serien oder digitale Spiele an und bewerten diese. Die Kinder sind in drei Jurys aufgeteilt: eine Web-Jury, eine Game-Jury und eine Film-Jury. Am Ende des Festivals werden acht Preise verliehen, die sogenannten „Goldenen Spatzen“. Es gibt zum Beispiel einen Preis für den besten Kinofilm, einen für die beste Serie oder die beste App. Die Film-Jury vergibt sechs der acht Preise. Deswegen sitzen in dieser Jury die meisten Kinder, nämlich 26. Auch Clara ist Teil der Film-Gruppe. Die Kinder kommen aus allen Teilen Deutschlands.

Wie bewirbt man sich?

Wer sich beim „Goldenen Spatz“ bewerben möchte, schaut sich zu Hause einen Film an und schreibt eine Kritik darüber. Außerdem muss man noch einen Fragebogen ausfüllen. Clara hatte sich schon einmal beworben, beim zweiten Mal hat es geklappt. „Ich war schon mal in der Jury beim Cinepänz-Festival in Köln“, erzählt sie. Dort hat sie gemerkt, wie viel Spaß ihr diese Aufgabe macht. Außerdem hat sie dort erfahren, wie man sich für die Jury beim „Goldenen Spatz“ bewirbt. „In dem Absagebrief, den ich beim ersten Mal bekommen habe, haben die Leute mir Mut gemacht, mich noch mal zu bewerben und das habe ich dann getan.“ Denn: „Ich schaue total gerne Filme und diskutiere mit Leuten darüber.“

Was macht die Jury?

So sieht eine Jury-Sitzung aus. (Foto: Festival Goldener Spatz)

Eure Meinungen sind gefragt! (Foto: Festival Goldener Spatz)

„Wir treffen uns morgens um acht im Hotel“, erzählt Clara. Dann werden die Kinder abgeholt und zum Kino gebracht. Alle Kinder haben einen Ausweis und können direkt in den Saal durchgehen – an der Schlange der normalen Festivalbesucher vorbei. „Das ist ein tolles Gefühl“, sagt Clara. Etwa sechs Stunden pro Tag schauen sich die Jurymitglieder Filme an. Dazwischen gibt es natürlich Pausen. „Nach jedem Film füllen wir einen Bewertungsbogen aus“, sagt Clara. Welche Punkte sie genau ausfüllen muss, darf Clara aber nicht verraten. „Aber das wichtigste ist, dass man Spaß dabei hat“, findet die Kölnerin.

Sie persönlich mag Filme lieber als Serien, ihre Lieblingsschauspielerin ist Emma Watson. Jeden Tag trifft sich die Jury, um über die Filme zu diskutieren. „Ich finde es schön, mit anderen über Filme zu sprechen“, sagt Clara. „Man merkt, dass die anderen Kinder viel Ahnung haben und gut argumentieren können.“ Kein Wunder: Die erwachsene Festivalleitung hat die 26 Kinder aus etwa 900 Bewerbungen ausgewählt. „Das Festival ist eine super Erfahrung. Ich kann nur jedem raten, sich auch zu bewerben.“

Die Preise beim Goldenen Spatz:

Am Dienstag wurden die ersten Preise vergeben: die PiXEL-Awards. Die gibt es für Filme von Kindern im Alter von 8 bis 14 Jahren. Die Filme mussten im letzten Jahr mindestens einmal im Fernsehen ausgestrahlt oder im Internet verfügbar gemacht worden sein.

In der Kategorie Spielfilm gewann in diesem Jahr der Film „The Secret Card“. Darin geht es um die Fotografin Jeni, die vor Spioninnen fliehen muss. Der Film ist 17 Minuten lang und wurde von Mädchen und Jungen in Tanna in Thüringen gedreht.

Am Freitag werden die Haupt-Preise verliehen. Und zwar in diesen acht Kategorien:
– Minis (kurze Filme)
– Kino / Fernsehfilm
– Serie / Reihe
– Information / Dokumentation
– Unterhaltung
– bester Moderator / Darsteller
– beste Webseite / App
– bestes Game

Von Angela Sommersberg