Ein Warm-Upper sorgt für gute Stimmung

Christian macht das Publikum im Fernsehen
Christian macht das Publikum im Fernsehen "warm". Zum Beispiel bei der Show "The Voice kids". (Foto: dpa)

Beim Fernsehen steht der Moderator im Scheinwerferlicht. Er führt durch die Sendung. Bevor die Kameras angehen, hat aber der Warm-Upper das Sagen imTV-Studio. Er sorgt für gute Stimmung beim Publikum.

Super Stimmung im Fernseh-Studio. Die Menschen im Publikum klatschen, lachen und sind gut drauf. Was der Zuschauer vor dem Fernseher aber nicht sieht: Bevor die Show startet, bereitet jemand die Zuschauer vor. Er macht sie sozusagen für die Sendung warm.
Darum nennt man den Beruf Warm-Upper (gesprochen: worm apper). Das ist das englische Wort für Warmmacher. Christian ist schon mehr als zehn Jahre lang Warm-Upper – zum Beispiel bei der Musikshow „The Voice Kids“. Sie läuft ab Freitag, 27. Februar, auf dem Sender Sat.1.

Christian arbeitet als Warm-Upper. Zum Beispiel bei "The Voice Kids". (Foto: dpa)

Christian arbeitet als Warm-Upper. Zum Beispiel bei „The Voice Kids“. (Foto: dpa)

Im knallbunten Anzug und mit guter Laune

„Herzlich Willkommen. Schön, dass ihr alle da seid. Und jetzt gebt Gas. Feiert eine fette Party. Klatscht, was das Zeug hält“. Das sagt Christian vor Beginn der Sendung zum Publikum. Er hat einen knallbunten Anzug an und sorgt für gute Laune.„Wenn ihr während der Sendung auf die Toilette müsst: Ihr könnt leider nicht aufstehen. Lasst es einfach laufen“, sagt er. Das ist natürlich nur ein Witz. Das Publikum lacht.

IN einer großen Halle ausgebuht

Klar, gefallen nicht immer alle Witze allen Zuschauern. Das weiß auch Christian. „Bei 100 Zuschauern gibt es vielleicht 20, die dich doof finden“, sagt er. „Das ist immer so. Damit muss ich umgehen können.“ Darum sollten Warm-Upper von sich selbst überzeugt sein. Sie dürfen also nicht traurig sein, wenn einige ihre Sprüche nicht gut finden. „Jugendliche bis Anfang 20 sind meistens die Obercoolen, die erst nicht mitmachen wollen. Je älter die Zuschauer sind, desto begeisterter sind sie“, findet Christian. Er erzählt, dass er schon einmal von 5000 Leuten in einer großen Halle ausgebuht wurde. Buh rufen Leuten, die etwas total schlecht finden. „Damals fand ich das natürlich nicht so toll. Mittlerweile bin ich aber froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.“

Die Zuschauer sollen ausrasten

Die Zuschauer im Studio animiert Christian vor der Show, damit sie sich dann später mehr trauen. „Im Fernsehen brauchen wir von Anfang an gute Stimmung. Darum klatschen wir uns vorher schon ein“, erklärt er. Die Zuschauer sind dann während der Show lockerer. „Sie sitzen schließlich nicht zu Hause auf dem Sofa. Sie sind Teil der Sendung und sollten deshalb auch ausrasten.“

Christian stellt den Moderator vor

Aber Christians Aufgabe ist es nicht nur, für tolle Stimmung zu sorgen. Er erklärt dem Publikum den Ablauf der Sendung. Er sagt ihnen, wo die Notausgänge im Studio sind. Er stellt ihnen außerdem den Moderator vor. Wenn die Sendung anfängt, übernimmt der Moderator das Mikrofon. Christian rückt dann in den Hintergrund und steht hinter der Kamera. Er gibt dem Publikum zum Beispiel Zeichen, wann sie klatschen oder lachen sollten.Das ist wichtig, damit auch während der Show immer gute Laune herrscht. Die Leute vor dem Fernseher haben dann das Gefühl: Wow, das geht aber ab im Studio!

In den Hintergrund treten

„Ich muss damit umgehen können, zur Seite zu treten, sobald die Kamera angeht. Ich darf mich nicht zu wichtig nehmen. Der Moderator ist der Star“, sagt Christian. Daran hat er sich aber schon gewöhnt. Erkannt wird er von Zuschauern trotzdem. „Einige fragen mich nach der Sendung nach Autogrammen oder Fotos. Das ist eine Art Trinkgeld für mich.“

Von dpa

Das Publikum so richtig in Stimmung bringen - das ist die Aufgabe eines Warm-Uppers. (Foto: dpa)

Das Publikum so richtig in Stimmung bringen – das ist die Aufgabe eines Warm-Uppers. (Foto: dpa)

Wir wird man Warm-Upper?

Du machst gern Witze? Und du bist selbstbewusst? Dann hast du schon einiges, was für einen Warm-Upper wichtig ist. Schließlich soll er das Publikum in gute Laune versetzen – ohne erst lange zu überlegen, ob er dabei albern wirkt. Christian wusste schon als Schüler, dass er mal zum Fernsehen möchte. Er sagt von sich selbst, er sei früher der Klassenclown gewesen. „Wenn ihr eure Klasse unterhaltet und ständig Späße macht, dann könnte der Beruf des Warm-Uppers etwas für euch sein.“

Schon in der Schule einsteigen

Er habe in der Schule schon als Sprecher durch Feste geführt und organisiert. „Das ist ein guter Einstieg.“
Es gibt aber keine richtige Ausbildung zum Warm-Upper oder Moderator. Zu Beginn solltest du ein Praktikum machen, etwa bei einer Firma, die Sendungen für das Fernsehen macht. Oder man informiert sich bei einer Casting-Agentur im Internet.
Es ist zwar nicht einfach, als Warm-Upper Erfolg zu haben. Aber wer den Beruf unbedingt ergreifen möchte, kann es zumindest probieren.

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