Ein umstrittener Chef

Ein umstrittener Chef
So sieht der neue Ministerpräsident von Thüringen aus. Sein Name ist Bodo Ramelow.

Als Glückwunsch bekam der Politiker einen dicken Blumenstrauß. Kurz davor hatte Bodo Ramelow eine wichtige Wahl gewonnen. Seit Freitag darf er sich Ministerpräsident nennen. So heißen bei uns die Chefs vieler Bundesländer.

Bodo Ramelow regiert nun das Bundesland Thüringen im Osten Deutschlands. Er gehört zu der Partei „Die Linke“. Diese wird in Thüringen aber nicht allein regieren. Die Linkspartei hat sich mit zwei anderen Parteien zusammengetan: mit der SPD und den Grünen.

Die Gewinner freuten sich natürlich über die Wahl. „Herzlichen Glückwunsch“, schrieben mehrere Politiker im Internet. Andere Leute waren aber nicht so glücklich mit dem Ergebnis. Sie möchten nicht, dass ein Politiker der Linken das Bundesland regiert. Das hat mit der Geschichte zu tun.

Gehen wir einmal 30 Jahre zurück: Damals war Deutschland in zwei Staaten aufgeteilt. Im Westen lag die Bundesrepublik, im Osten die DDR. Dort hatte nur eine Partei das Sagen: die SED. Wer anders dachte als die Regierung, konnte dafür im Gefängnis landen. Deshalb waren viele Leute in der DDR unzufrieden.

Vor 24 Jahren war dann Schluss. Die DDR löste sich auf und Deutschland war wieder vereint. Die SED gab sich danach einen anderen Namen. Vor sieben Jahren entstand aus verschiedenen Gruppen eine Art Nachfolger: „Die Linke“.

Einige der Politiker arbeiteten früher für die SED. Deshalb stört es manche Menschen, dass die Partei ab sofort in Thüringen regiert. Und dass Bodo Ramelow der Chef ist. Denn einen Ministerpräsidenten der Linken gab es bislang noch nie. Jetzt sind viele gespannt, wie er seine Arbeit macht.

Von dpa