Ein schlechtes Zeichen?

Ein schlechtes Zeichen?
Außenministerin Baerbock ist rund vier Wochen nach dem Sturz von Langzeit-Machthaber al-Assad zu einem überraschenden Besuch in Syrien. Foto: Jörg Blank/dpa

Der neue syrische Machthaber reicht der deutschen Außenministerin nicht die Hand.

Wie geht es weiter in dem Land Syrien? Diese Frage beschäftigt im Moment viele Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt. Denn nach vielen Jahren des Krieges war im Dezember der Machthaber Baschar al-Assad aus dem Land vertrieben worden. Seitdem haben die Rebellen, die gegen ihn gekämpft haben, und ihr Anführer Ahmed al-Scharaa das Sagen.

Auch die deutsche Politikerin Annalena Baerbock will sich dafür einsetzen, dass es den Menschen in Syrien in Zukunft besser geht und sie eine gute Regierung bekommen. Als Außenministerin kümmert sie sich um die Beziehungen zwischen Deutschland und anderen Ländern. Nun hat sie Syrien und seine neuen Machthaber erstmals besucht und dabei wurde schnell klar, dass es wohl nicht so einfach wird mit der Zusammenarbeit.

Rechte von Frauen und Minderheiten

Normalerweise begrüßen sich Politikerinnen und Politiker bei solchen Treffen mit einem Handschlag. Doch Ahmed al-Scharaa gab nur dem französischen Außenminister die Hand, der ebenfalls bei dem Besuch dabei war. Das siehst du auf dem Foto. Baerbock reichte er nicht die Hand. Aber warum?

Unter strenggläubigen Muslimen ist es nicht üblich, dass sich ein fremder Mann und eine fremde Frau die Hand geben, manche religiöse Gelehrte verbieten es sogar. Allerdings hat Annalena Baerbock auch klargemacht, dass Deutschland Syrien nur unterstützen will, wenn in dem Land die Rechte von Frauen und Minderheiten beachtet werden. In vielen Ländern, in denen strenggläubige Muslime das
Sagen haben, werden Frauen unterdrückt und schlechter behandelt als Männer. Manche sehen es deshalb als schlechtes Zeichen, dass der neue syrische Machthaber einer Frau den Handschlag verwehrt hat.

Von Nina Jakobs