Streik: Warum gehen Lehrer auf die Straße?

Susi Rentzsch ist auf dem Bild die zweite Frau von links. Sie streikte in Berlin. (Foto: dpa)
Susi Rentzsch ist auf dem Bild die zweite Frau von links. Sie streikte in Berlin. (Foto: dpa)

Keine Schule, weil der Lehrer nicht da ist. Das klingt erst mal toll. Für viele Schüler war es am Dienstag so. Vielleicht auch bei dir. Denn in einigen Bundesländern haben Lehrer gestreikt. Das bedeutet: Die Lehrer arbeiteten nicht. Denn sie sind unzufrieden mit bestimmten Dingen.

Mit dem Streik wollen die Lehrer ihre Arbeitgeber dazu bringen, auf ihre Forderungen einzugehen. „Statt in den Klassenraum gehen wir auf die Straße“, erklärt die Lehrerin Susi Rentzsch, die an einer Grundschule in Berlin arbeitet. „Wir versammeln uns und zeigen so, dass wir Forderungen haben.“

Was Wollen die Lehrer?

Sie wollen zum Beispiel mehr Geld verdienen. Und sie wollen einen bestimmten Arbeitsvertrag, der für sie alle gilt und ihre Bezahlung regelt: einen Tarifvertrag. Das ist eine wichtige Sache. Darin steht zum Beispiel, wie viel Arbeiter oder Angestellte verdienen. Die Arbeitgeber müssen sich daran halten. Ein Tarifvertrag gilt nie für einen einzelnen Menschen, sondern immer für eine Gruppe.

Streiken alle LEhrer?

Bei den Lehrern, die jetzt streikten, handelt es sich um eine bestimmte Gruppe: Sie sind angestellt. Es gibt aber auch Lehrer, die sind Beamte: „Beide machen die gleiche Arbeit“, erklärt ein Fachmann. Aber für sie gelten trotzdem andere Regeln.

Was sind die Unterschiede zwischen Beamten und Angestellten?

Beamte bekommen zum Beispiel in der Regel mehr Geld als angestellte Lehrer. Auch wenn sie in Rente gehen – also nicht mehr arbeiten. Beamte haben auch einen Arbeitsvertrag, der ewig gilt. Angestellte dagegen können Verträge bekommen, die nur für eine bestimmte Zeit gelten. Beamte dürfen dafür nicht streiken, wenn ihnen etwas nicht passt. Angestellte schon.

Warum gibt es die Unterschiede?

Die Arbeitgeber der Lehrer sagen, dass es für die Unterschiede gute Gründe gibt. Beamte und Angestellte werden beide vom Staat bezahlt, meist von den Bundesländern. Wenn Beamte in den Ruhestand gehen, werden sie weiter von den Bundesländern bezahlt. Das nennt man Pension. Angestellte Lehrer dagegen bekommen ihr Geld im Ruhestand von einer anderen Stelle. Die Bundesländer müssen nicht für sie zahlen. Deswegen kosten sie dann weniger. Weil die Bundesländer auch für viele andere Dinge Geld bezahlen müssen – wie zum Beispiel für die Polizei – müssten sie genau schauen, wofür sie Geld ausgeben, sagt der Fachmann.

Von dpa