Christian hilft Flüchtlingen auf dem Meer

Mit zwei deutschen Schiffen sollen Flüchtlinge aus dem Meer gerettet werden. Eines davon ist die Fregatte. Das Mädchen und die anderen Menschen wurden kurz vorher von den Soldaten der Fregatte aus dem Mittelmeer gerettet. (Foto: dpa)
Mit zwei deutschen Schiffen sollen Flüchtlinge aus dem Meer gerettet werden. Das Mädchen und die anderen Menschen wurden kurz vorher von den Soldaten der Fregatte aus dem Mittelmeer gerettet. (Foto: dpa)

Verletzten und kranken Menschen helfen – das ist der Job von Rettungs-Sanitäter Christian. Anders als viele seiner Kollegen ist er aber nicht mit einem Krankenwagen unterwegs. Christian arbeitet auf einem Schiff im Mittelmeer. Dort hilft er Menschen, die vor Krieg oder Gewalt geflohen sind.

Das ist Christian. Er  ist Rettungs-Sanitäter auf einem Schiff im Mittelmeer. (Foto: dpa)

Das ist Christian. Er ist Rettungs-Sanitäter auf einem Schiff im Mittelmeer. (Foto: dpa)

Manche haben sich einen Arm gebrochen, andere sind auf der beschwerlichen Reise krank geworden. Christian hilft ihnen. Der 20-Jährige ist Rettungs-Sanitäter. Sein Arbeitsplatz: ein großes Militärschiff im Mittelmeer. Über das Mittelmeer fliehen gerade viele Menschen nach Europa. Die Flüchtlinge sind oft auf alten Holzbooten oder überladenen Schlauchbooten unterwegs. Dabei passieren Unfälle oder Leute werden krank. Christian und seine Kollegen nehmen Flüchtlinge an Bord und versorgen sie. Hier erzählt Christian von seiner Arbeit.

Was genau arbeitest du auf dem Schiff?

Christian: „Ich bin ausgebildeter Rettungs-Sanitäter. Meine Arbeit muss man sich wie eine Arztpraxis und einen Rettungsdienst in einem vorstellen: Wir haben Sprechstunden wie bei einem normalen Arzt. Wir versorgen aber auch Notfälle wie in Krankenhäusern. Mein Job ist es, den Arzt auf dem Schiff zu unterstützen und bei Operationen mitzuhelfen.“

Wie fühlst du dich dabei, wenn du die Flüchtlinge behandelst?

Christian: „Der Einsatz ist sehr fordernd, weil wir sehr viel zu tun haben, wenn Menschen gerettet werden. Manche von ihnen haben Schusswunden, andere haben gebrochene Knochen oder Krankheiten. Manchmal kümmern wir uns auch um schwangere Frauen: Erst neulich war eine an Bord. Sie hätte jederzeit ihr Kind bekommen können.“

Was passiert mit den kranken oder verletzten Flüchtlingen an Bord?

Christian behandelt die Menschen auf dem Schiff. (Foto: dpa)

Christian behandelt die Menschen auf dem Schiff. (Foto: dpa)

Christian: „Wir haben in einem großen Raum auf dem Schiff ein Notlazarett aufgebaut. Das ist wie ein kleines Krankenhaus. Dort liegen die Patienten und wir untersuchen sie, versorgen sie mit Medikamenten und verarzten ihre Wunden. Während diese Menschen im Notlazarett sind, werden sie rund um die Uhr beobachtet, falls es ihnen schlechter gehen sollte.“

Was sind besondere Erlebnisse, die du hattest?

Christian: „Einmal habe ich miterlebt, wie alle Menschen, die gerettet wurden, zusammen beteten. Was auch sehr schön ist: Wenn ich Zeit habe, mit den Kindern zu malen und Papierboote zu basteln.“

Findest du es manchmal schwer, deine Arbeit zu machen?

Das ist sozusagen das Krankenhaus auf dem Schiff. Es ist eher provisorisch aufgestattet. Man nennt es deswegen auch Notlazarett. (Foto: dpa)

Das ist sozusagen das Krankenhaus auf dem Schiff. Es ist eher provisorisch aufgestattet. Man nennt es deswegen auch Notlazarett. (Foto: dpa)

Christian: „Ich versuche, das Leid nicht zu nah an mich herankommen zu lassen, damit ich meine Arbeit gut machen kann. Aber es fordert einen sehr, damit klarzukommen. Ich rede viel mit meinen Kameraden, das hilft. Und ich spiele gerne Gemeinschafts-Spiele, um auf andere Gedanken zu kommen.“

Magst du deinen Job trotzdem gern?

Christian: „Ich finde, dass ich sehr sinnvolle Arbeit mache. Ich wollte Sanitäter werden, um Menschen zu helfen. Und genau das kann ich hier tun: vielen Menschen helfen.“

Von dpa