Fast wie echtes Gras
Was Kunstrasen ist und warum er für die Umwelt schädlich sein kann.
Es gibt Rasenflächen, die das ganze Jahr über nicht gemäht werden müssen. Auf solchen Flächen haben Menschen kein echtes Gras gesät, sondern sogenannten Kunstrasen verlegt. Das ist eine Art Kunststoffteppich, der echtem Rasen meist zum Verwechseln ähnlich sieht. Auf solchen Kunstrasenplätzen kannst du das ganze Jahr über Fußball oder Hockey spielen. Anders als echter Rasen friert der Kunststoffteppich nämlich nicht zu und er muss nicht bewässert oder gedüngt werden.
Allerdings gibt es einen Haken: Die meisten Kunstrasenflächen bestehen aus Stoffen, die schlecht für die Umwelt sind. Damit die grünen Kunststoff-Grashalme einen guten Halt haben, müssen auf den Rasen nämlich immer wieder winzige Plastik-Kügelchen gekippt werden. Diese Kügelchen bestehen meist aus geschredderten Autoreifen. Wenn du auf einem Kunstrasen stürzt, fällst du also auf recht weichen Untergrund und tust dir nicht so schnell weh. Allerdings wirbeln die Kügelchen immer wieder auf – zum Beispiel, wenn du rennst oder den Ball kickst. Deshalb müssen mit der Zeit neue Kügelchen nachgefüllt werden.
Plastik verrottet nicht
Die vom Wind weggewehten Plastikteile landen irgendwann in Flüssen und Seen, auf Wiesen und Feldern. Dort können sie mehr als 500 Jahre bleiben, denn Plastik verrottet nicht. Außerdem können sie in Pflanzen gelangen oder von Tieren und Menschen gegessen werden.
Zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit haben Politiker in Europa deshalb beschlossen, künftig den Verkauf von Mikroplastik zu verbieten. Kunstrasen wird es trotzdem noch geben, denn er kann auch mit umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Materialien hergestellt werden.
Von Tanja Liebmann-Décombe




