So entstehen Bücher

So entstehen Bücher
Rüdiger Bertram schreibt Kinderbücher. (Foto: dpa)

Kennst du den Coolman oder Jacob, den Superkicker? Das sind Figuren, die sich Rüdiger Bertram ausgedacht hat. Der 49-jährige Kölner hat schon mehr als 60 Kinderbücher geschrieben. Und fast jede Woche fährt er quer durch Deutschland und liest Kindern aus seinen Büchern vor. Uns hat er erzählt, wie man ein guter Vorleser wird. Und ein guter Geschichtenschreiber.

So arbeitet ein Autor

Schriftsteller für Kinderbücher – das hört sich spannend und interessant an. Doch in Wirklichkeit ist das eine Arbeit, bei der man meistens alleine am Schreibtisch sitzt. Rüdiger Bertram schreibt fast immer in seinem Arbeitszimmer in seiner Wohnung in der Kölner Südstadt. Jeden Morgen, spätestens um 9 Uhr, setzt er sich an seinen Computer und tippt. Er schreibt Geschichten auf, die er sich vorher ausgedacht hat. Oder er entwickelt erst beim Schreiben ganz neue Ideen. Seine erfolgreichsten Bücher heißen „Coolman und ich“. Kinder in 25 verschiedenen Ländern können die acht Bände kaufen.

So wird man Kinderbuchautor

Bertram bei der Arbeit (Foto: dpa)

Bertram bei der Arbeit (Foto: dpa)

Rüdiger Bertram hat nach seinem Studium zuerst als Journalist gearbeitet und auch Texte fürs Fernsehen geschrieben. Über seine eigenen zwei Kinder ist er dann zu den Kinderbüchern gekommen. „Irgendwann habe ich meinem Sohn eine längere, ausgedachte Geschichte erzählt. Die habe ich dann aufgeschrieben und an verschiedene Verlage geschickt.“

Zwei Absagen kamen, aber der dritte Verlag wollte die Geschichte als Buch drucken. Seitdem schreibt der Kölner Kinderbücher, etwa fünf Stück im Jahr. Von dem Geld, das er damit verdient, können er und seine Familie inzwischen gut leben. Nicht jeder Autor hat so viel Erfolg. Manche fangen ein Buch an und schreiben nur die ersten Seiten fertig. Oder sie finden keinen Verlag, der den Text drucken will.

Tipps zum Vorlesen

Etwa 100 Lesungen hält der Autor jedes Jahr vor Kindern. „Früher dachte ich, ich sterbe dabei vor Aufregung, doch heute mache ich das gerne.“ Vor allem, weil Kinder ein ehrliches Publikum sind: Wenn sie eine Geschichte langweilig finden, dann merkt der Vorleser das sofort. Sein Tipp für jeden, der gut vorlesen will: viel üben. „Dabei ist es ganz egal, wem du vorliest, deiner kleinen Schwester oder dem Kuscheltier.“ Gut ist, wenn man den Zuhörer dabei anschaut, also Augenkontakt hält. Aber dazu muss man den Text, den man liest, gut kennen. Und: „Die Wörter gut betonen, aber nicht übertreiben.“ Sonst wirkt es gekünstelt.

Triff Rüdiger und Duda

Wollt ihr Rüdiger Bertram mal persönlich kennenlernen? Oder besser noch: Euch von ihm eine Geschichte vorlesen lassen? Kein Problem! Anlässlich des Vorlesetages lädt Duda euch in sein Zuhause ein, das Neven DuMont-Haus in Köln. Dort wird es richtig kuschelig, vorweihnachtlich und gemütlich. Rüdiger Bertram wird aus seinem Buch „Fünf Wunder für den Weihnachtsmann“ vorlesen, ihr könnt Lebkuchen naschen, Kinderpunsch trinken – und natürlich mit Duda kuscheln! Für alle neugierigen Zeitungsleser gibt es danach eine Führung durch das Haus – bei der ihr erleben könnt, wie eine Zeitung entsteht.

Arbeiten im Team

In fast jedem Kinderbuch sind auch Bilder zu sehen. Man nennt sie Illustrationen. Sie werden von einem Illustrator auf Papier oder am Computer gezeichnet. Rüdiger Bertram arbeitet seit vielen Jahren mit dem Kölner Illustrator Heribert Schulmeyer zusammen. „Wir haben früher im selben Haus gewohnt, uns aber nicht näher gekannt. Erst auf einem Fest haben wir richtig geredet und gemerkt: Das, was wir arbeiten, passt ja gut zusammen.“ Heute sind die beiden Freunde und Arbeitskollegen: Rüdiger schreibt und Heribert fertigt dazu die passenden Illustrationen an. Oft treffen sie sich abends in einer Kneipe und denken sich gemeinsam neue Buchprojekte und Geschichten aus.

Tipps zum Schreiben

„Ein guter Schreiber wird man durch lesen, lesen, lesen. Dann sollte man schreiben, schreiben, schreiben. Immer weiter. Und dann muss man sich trauen, die eigenen Texte jemand anderem zu zeigen“, sagt Rüdiger Bertram.

Er selbst schreibt in seinen Büchern so, wie er auch spricht.Spezielle Jugendsprache verwendet er nicht. Der Kinderbuchautor schreibt seine Geschichten am liebsten vormittags. Dazu braucht er Musik, denn in völliger Ruhe kann er nicht schreiben. Nach dem Mittagessen setzt er sich nochmal an den PC und korrigiert seine Seiten, oder plant seine nächsten Lesereisen.

Der Vorlesetag mit Rüdiger Bertram startet am 18. November, um 16.30 Uhr, im Neven DuMont Haus in der Amsterdamer Str. 192, 50735 Köln. Außerdem wird live eine Zeitung gedruckt. Anmeldungen sind hier möglich. Teilnahmebestätigungen werden am 15. November versendet.

Von Christina Rinkl