Ganz schön anziehend

Ganz schön anziehend
Wie funktioniert eigentlich ein Radiergummi? Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Warum kann man Bleistift radieren – Kugelschreiber aber nicht?

Ach Mist, schon wieder verschrieben! Und das auf der schönen Karte, die du Mama zum Geburtstag schenken willst. Zum Glück hast du mit Bleistift geschrieben und kannst das falsch geschriebene Wort einfach ausradieren. Aber warum funktioniert das bei Bleistift – und bei Kugelschreiber nicht?

Das Gummi erwärmt sich

Die kurze Antwort lautet: An­ziehungskraft. In der Bleistiftmine stecken nämlich winzige Teilchen. Wenn du schreibst, ziehen die Papier-Teilchen die Bleistift-Teilchen an und diese bleiben haften. Die Teilchen sind aber so winzig, dass wir sie mit bloßem Auge nicht sehen können, sondern nur die durchgehende Linie auf dem Papier. Wenn du dich nun verschrieben hast, nimmst du den Radiergummi zu Hilfe. Beim Rubbeln über das Papier erwärmt sich das Gummi und zieht die Bleistift-Teilchen wie ein Magnet an. Die Anziehungskraft ist stärker als beim Papier. Die Linie verschwindet spurlos, übrig bleiben kleine Krümel. Die sind eine Mischung aus Gummi- und Bleistift-Teilchen.

Ein Loch im Papier

Wenn du mit Kugelschreiber oder Füller schreibst, funktioniert das aber leider nicht. Denn die Tinte in diesen Stiften dringt tief in das Papier ein und malt es an. Der Radiergummi hat nicht genug Anziehungskraft, um die ganze Farbe aus dem Papier heraus­zuziehen. An manchen Radiergummis gibt es deswegen noch eine zweite Seite, die ist härter und häufig blau. In dieser Seite ist neben Gummi ein weiteres, hartes Material enthalten. Ähnlich wie mit Schmirgelpapier kannst du damit die oberste Schicht des Papiers abkratzen. Auf diese Weise kannst du theoretisch sogar Tinte entfernen. Ehrlich gesagt rubbelt man so aber meistens nur ein Loch ins Papier. Bei der Geburtstagskarte für Mama gilt also: lieber schön mit Bleistift schreiben.

Von Angela Sommersberg