Was ist Apartheid?

Was ist Apartheid?
Erst seit Anfang der Neunziger sind schwarze und weiße Menschen in Südafrika gleichberechtigt (Bild: Fotolia)

Apartheid bedeutet genau das Gegenteil von apart, also hübsch oder nett, nämlich so viel wie „getrennt“. Apartheid nannte man das politische System der Rassentrennung in Südafrika. Das bedeutet: Menschen mit weißer und schwarzer Hautfarbe hatten nicht dieselben Rechte, lebten getrennt voneinander. Wer das bestimmt hat? Die Weißen! Und das war ziemlich unfair, sowieso, und auch weil es in Südafrika viel weniger weiße als schwarze Menschen gab und gibt. Und trotzdem hatten die wenigen Weißen sehr lange das Sagen im Land. Sie haben die Schwarzen unterdrückt, unfair behandelt und auch verfolgt. 

Konkret bedeutete das, dass Kinder mit weißer und Kinder mit schwarzer Hautfarbe nicht dieselben Schulen besuchen durften,  meist lebten sie in verschiedenen Stadtteilen, und die Schwarzen durften auch nicht bei der Wahl des Präsidenten teilnehmen. Irgendwann begannen die schwarzen Südafrikaner, sich gegen diese Ungerechtigkeit, gegen die Rassenpolitik, zu wehren. Sie protestierten gegen die Apartheid, manchmal sogar mit Gewalt. Ihr Anführer war Nelson Mandela. Viele von ihnen wurden von der Polizei verfolgt und eingesperrt. Nelson Mandela steckten sie sogar 27 Jahre lang ins Gefängnis. Auf einer Insel vor der südafrikanischen Stadt Kapstadt. Aber auch dort hat er nicht aufgehört, sich für die Gleichberechtigung von Schwarzen einzusetzen. Nach 27 Jahren, im Jahr 1990, wurde Mandela aus dem Gefängnis entlassen.

Hat die Welt einfach zugeschaut?

Nein, auch im Ausland gab es heftigen Widerstand gegen die Apartheidspolitik der weißen Herrscher in Südafrika. 1973 wurde die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit geächtet, 1974 wurde Südafrika wegen seiner Rassenpolitik sogar aus der UNO-Generalversammlung ausgeschlossen.

Endlich alle rechtlich gleich

Nelson Mandela, Südafrikas erster schwarzer Präsident (Bild: dpa)

Nelson Mandela, Südafrikas erster schwarzer Präsident (Bild: dpa)

Auch weil andere Länder Druck ausgeübt haben, wurde die Apartheid im Jahr 1994 abgeschafft. Ein Jahr vorher bekam Nelson Mandela den Friedensnobelpreis. Es gab die ersten Wahlen, an denen auch Menschen mit schwarzer Hautfarbe teilnehmen durften. Kein Wunder, dass die Menschen Südafrikas Nelson Mandela zum Präsidenten wählten – es war der erster schwarze Präsident des Landes! Im Dezember vor einem Jahr, also 2013, starb Nelson Mandela, der wichtigste „Sohn des Landes“.

Von Caroline Kron