Nachts am Flughafen

Nachts am Flughafen
Foto: Max Grönert

Wenn sich der Tag langsam dem Ende neigt, dann wird der Parkplatz vor deiner Schule, der vor dem Supermarkt und der vor dem Restaurant immer leerer. Deine Lehrer kommen erst morgen wieder, um dich zu unterrichten, und die Kassierer und Köche wollen auch endlich in den Feierabend.

Es gibt aber einen Ort, da ist das genau andersherum. Da sind die Parkplätze nachts fast voller als tagsüber. Na, hast du eine Idee? Es geht um den Flughafen Köln/ Bonn. Wenn du längst in deinem Bett liegst, geht die Arbeit dort für fast siebentausend Menschen erst richtig los. Duda nimmt dich mit auf eine Nachtführung durch leere Abflughallen und über hell erleuchtete Rollfelder.

Leere Check-In-Schalter. Foto: Max Grönert

Flugzeuge ohne Fenster

Es ist 21 Uhr und die Check-In-Schalter sind wie leergefegt. Aber der Eindruck täuscht: Hinter den Kulissen, die man als normaler Fluggast kennt, bereiten die Flughafenmitarbeiter bereits die Ankunft der großen Frachtflugzeuge vor. Mit denen werden nicht etwa Passagiere in den Urlaub gebracht, sondern beispielsweise Post oder technische Geräte – wie zum Beispiel dein Smartphone – aus anderen Ländern eingeflogen. Von außen erkennst du sie daran, dass sie gar keine Fenster haben.

Foto: Max Grönert

„Es müssen viele Rädchen ineinander greifen, damit die ganze Logistik hier reibungslos läuft“, sagt Stefanie vom Besucherservice. Und auf dem riesigen Vorfeld, wo all die Flugzeuge abgefertigt werden, wird schnell klar, wie sie das meint: Während die hellen, bunten Lichter eines Flugzeugs in der Luft immer näher kommen, macht sich auf dem Boden schon das sogenannte „Follow-Me-Auto“ bereit. Das ist dafür zuständig, dem Flugzeug seinen richtigen Platz auf dem Vorfeld zu zeigen. Sobald es gelandet ist, rollt das Auto vor ihm her. Ein Mann mit Warnweste gibt den Piloten mit zwei Leuchtstäben zusätzlich Zeichen, bis das Flugzeug zum Stehen gekommen ist.

Riesige Stromstecker

Ist es ein Frachtflugzeug voll mit Paketen, werden diese nun in die riesigen Sortierhallen des Flughafens gebracht. Denn viele Sendungen haben ja am Flughafen Köln/ Bonn noch nicht ihr Ziel erreicht. Deswegen kommen LKW, die die Briefe und Päckchen in einem Umkreis von 500 Kilometer um den Flughafen herum weiter verteilen – damit der Brief von der Tante aus Amerika auch direkt bei dir zu Hause landet! Natürlich darf nicht jeder LKW einfach auf das Flughafen-Gelände fahren. Es gibt Mitarbeiter, die beispielsweise mit einem Spiegel unter die Fahrzeuge gucken und die Motorhaube öffnen, damit keine gefährlichen Gegenstände hineingeschmuggelt werden.

Foto: Max Grönert

Ist es aber eines der letzten Passagier-Flugzeuge, die am Abend ankommen, geht alles ganz schnell: Während vorne die Fluggäste aussteigen, räumt ein Team des Flughafens hinten bereits die Koffer aus dem Frachtraum. Dann kommt das Reinigungsteam zum Einsatz, damit für die Passagiere am nächsten Tag alles wieder sauber ist. Und: Von unten wird ein Kabel mit einem riesigen Stromstecker an das Flugzeug angeschlossen. So wird das Flugzeug am Boden mit Energie versorgt – damit es am nächsten Tag gleich weitergehen kann.

Foto: Max Grönert

Einmal Zahlen, bitte!

  • Die Flugzeuge brauchen Kraftstoff, um zu fliegen – deswegen gibt es auf dem Flughafen Köln/ Bonn immer einen Vorrat vom sogenannten „Kerosin“. Insgesamt sind es drei große Tanks mit jeweils drei Millionen Litern drin. Das ist insgesamt etwa so viel, wie Wasser in eineinhalb große Schwimmbecken passt!
  • Die Gepäcksortieranlage des Terminal 2 am Flughafen kann 5000 Koffer vollautomatisch sortieren – innerhalb von einer Stunde.
  • Der Frachtraum eines normalen Flugzeugs ist in der Regel unter einem Meter hoch. Du kannst ja mal an deinen Beinen messen, wie niedrig das ist. Denn das heißt, die Mitarbeiter des Flughafens müssen die Koffer der Passagiere in einer gebeugten Sitzhaltung ein- und ausladen. Ganz schön anstrengend!

Von Elisa Sobkowiak