Margit Auer und die magischen Tiere

Die Kinderreporter haben Margit Auer viele Geheimnisse entlockt. (Foto: Thomas Banneyer)
Die Kinderreporter haben Margit Auer viele Geheimnisse entlockt. (Foto: Thomas Banneyer)

Margit Auer hat auf der lit.kid.Cologne aus ihrer Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ gelesen – Unsere Kinderreporter Helena, Lennart und Johann haben die Autorin vor der Lesung interviewt.

Hätten Sie auch gerne ein magisches Tier als Begleiter?

Kinderbuchautorin Margit Auer im Interview mit den Kinderreportern. (Foto: Thomas Banneyer)

Da bin ich zwiegespalten. Mein Lieblingstier ist Eugenia, die Fledermaus. Es wäre süß, wenn ich so ein kleines Tier in meinem Pulloverärmel hätte, das immer an meiner Seite steht. Aber ich glaube, wenn ständig ein großes Tier, wie ein Leopard, neben mir her huschen würde – das wäre mir zu dramatisch. Wenn ich ein magisches Tier hätte, dann müsste es etwas Kleines sein.

Warum kann Mortimer Morrison, der Besitzer der magischen Zoohandlung, eigentlich jedes magische Tier verstehen?

Als Schriftstellerin darf ich mir ausdenken, mit welchen Fähigkeiten ich meine Figuren ausstatte. Mortimer hat eine besondere Gabe. Er hat schon als Kind entdeckt, dass er ein großer Tierfreund ist. Dass er mit Tieren sogar reden kann, ist aber auch für ihn eine Überraschung. Ihr seid echt tolle Reporter: Ihr habt jetzt schon etwas aus mir rausgekitzelt, was erst in Band zehn steht. Da erzähle ich nämlich, wie Pinkie, die Elster, zu Mortimer kam.

In den Klappentexten der Bücher steht, dass Sie eines Tages bei der Arbeit saßen und Mortimer Morrison mit einem Geschenk vor ihrer Tür stand. Stimmt das?

So hat Kinderbuchautorin Margit Auer auf der lit.Cologne im Filmforum Museum Ludwig aus ihrem Buch vorgelesen. (Foto: Thomas Banneyer) © Thomas Banneyer

So hat Kinderbuchautorin Margit Auer auf der lit.Cologne im Filmforum Museum Ludwig aus ihrem Buch vorgelesen. (Foto: Thomas Banneyer)

Nein, den Text hat sich der Verlag ausgedacht. Er fand das irgendwie witzig. Aber ein bisschen stimmt es schon: Mortimer ist einfach in meinen Kopf reinspaziert und ich hatte ihn so vor mir, als gäbe es ihn wirklich. Ich wusste, wie er aussieht, mit seinen Lederstiefeln, dem Mantel und Hut. Und dass er Mister Morrison ist, der Inhaber der magischen Zoohandlung. Er war die erste Figur, die ich mir ausgedacht habe und er hat mir die Ideen vorbeigebracht für viele, viele Bücher.

Als Sie sich die Figuren überlegt haben, gab es da Vorlagen aus dem echten Leben?

Eigentlich nicht. Aber ich habe viele Erlebnisse, die meine Kinder in der Grundschule gemacht haben, mit rein gepackt. Das war jetzt nicht so, dass es jemanden gab, der genau wie Jo ist. Aber ihr kennt das wahrscheinlich: Es gibt in jeder Klasse einen, der rumkommandiert, einen, der der Supersportler ist, und so weiter. Dann habe ich das etwas dramatischer gemacht. Denn niemand ist ja so fies wie Helene.

Schreiben Sie die Bücher am Computer oder mit der Hand?

Ich schreibe sie am Computer. Da kann ich immer wieder Sachen verändern. Denn das erste, was ich in den Computer tippe, ist noch nicht so gut, dass es direkt ein Buch wird. In der ersten Fassung achte ich nur auf die Handlung. Und dann fange ich nochmal von vorne an, gucke, dass die Sachen lustig sind, überlege, ob die Stimmung passt und ob spannende Szenen gut dargestellt sind. Wenn etwas langweilig ist, kürze ich es. Ich überarbeite es ständig.

Die Tiere verwandeln sich in Kuscheltiere, wenn Nicht-Eingeweihte in der Nähe sind. Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Es war wichtig für die Geschichte! Es passiert eh schon so viel in den Büchern – wenn ich auch noch erklären müsste, wie die Eltern reagieren, wenn Henry einen Leoparden mit nach Hause bringt, dann wäre das zu kompliziert geworden. Deswegen habe ich die Regel eingeführt, dass die Tiere zu Kuscheltieren werden. Außerdem fand ich gut, dass es ein Geheiminis der Kinder ist und die Eltern nicht so viel mitmischen. Die Kinder und die Tiere sollten im Mittelpunkt stehen, damit es ein cooler Kinderroman wird.

Ich schreibe auch Geschichten, aber manchmal habe ich Schreibsperren. Haben Sie das auch?

Nein, ich habe keine Schreibsperren. Mein Trick ist, dass ich mir vorher ganz genau überlege, was in jedem Kapitel passieren wird. Dazu mache ich einen Schreibplan. Wenn ich morgens anfange zu schreiben, weiß ich schon, welche Szene dran ist. Aber klar: Ich bin nicht jeden Tag gleich gut drauf und dann wird eine Szene mal nicht super. Aber das überarbeite ich ja. Wenn du mal nicht weiter weißt, dann überlegst du dir, was Überraschendes passieren könnte: Vielleicht gibt es ein Gewitter oder eine neue Person tritt auf. Was auch wichtig ist: Es muss Konflikte und Herausforderungen geben. Wenn immer alles super läuft und sich keiner streitet, ist die Geschichte langweilig.

Haben Sie denn schon Ideen für das nächste Buch?

Da muss ich mal überlegen, was ich verraten kann. Also in Band zehn geht es um einen Jungen, der ein Fußballcasting gewinnen will, und es ein bisschen übertreibt.

Ich fänd’s cool, wenn die Schule der magischen Tiere verfilmt würde.

Das fände ich auch total gut. Und ich habe spitzenmäßige Neuigkeiten: Es sieht nämlich so aus, als käme der erste Teil ins Kino. Vor kurzem habe ich mich mit dem Drehbuchautor getroffen, der auch in Köln wohnt. Das Problem ist, dass der Film teuer wird, weil es so schwierig ist, die Tiere zu animieren. Jetzt wird noch besprochen, ob das bezahlt werden kann. Drückt mir die Daumen.

Zur Person

Margit Auer (Foto: Thomas Banneyer)

Margit Auer ist 51 Jahre alt. Sie lebt mit ihrer Familie in Eichstätt (Bayern). Ihr Mann arbeitet auch als Schriftsteller, ihre Söhne sind mittlerweile 15, 17 und 19 Jahre alt.

Nach dem Studium hat Margit Auer als Journalistin gearbeitet. Dann hat sie Kinder bekommen, ihnen viel vorgelesen – und irgendwann selbst ein Kinderbuch verfasst.

Ihr erstes Buch war ein Krimi, der in der Römerzeit spielt, und hieß „Verschwörung am Limes“.

Von der Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ gibt es neun Bände. Ein zehnter erscheint im November. (aso)