Helft den Kindern von nebenan!

Helft den Kindern von nebenan!
Auch in einem reichen Land wie Deutschland gibt es Kinder, die kein Geld für gute Winterklamotten oder ihre Geburtstagsfeier haben. (Foto: dpa)

Das Thema des Weltkindertags in diesem Jahr war: „Kindern eine Stimme geben“. Deswegen haben wir unsere sechs Kinderreporter gefragt: Was nervt euch in Deutschland oder in eurer Stadt? Was würdet ihr gern ändern? Zum Abschluss erklärt Fritz heute, warum er mehr Gerechtigkeit will.

Fritz (10) (Foto: Goyert)

Ich bin ein ziemlich normaler zehnjähriger Junge. Ich gehe seit kurzem in die 5. Klasse eines Gymnasiums, spiele gerne Fußball und Saxophon, wohne in einem Reihenhaus und habe Freunde in meiner Schule und im Fußballverein. Jeden Morgen fahre ich auf meinem Schulweg an den Plakaten zur Bundestagswahl vorbei und muss immer wieder über das Versprechen von „mehr Gerechtigkeit“ nachdenken, das auf einem der Plakate prangt.

Für mich und alle Kinder ist Gerechtigkeit nämlich etwas sehr Wichtiges. Wenn meine Eltern oder Lehrer ungerecht sind, regt mich das mehr auf als eine Woche „Tablet-Verbot“.

Aber wie gerecht ist es in Deutschland für Kinder? Ich finde nicht, dass es im Moment gerecht für Kinder zugeht. Wie ich darauf komme? Klar, in unserer Siedlung ist alles gut. Alle fahren in Urlaub, haben ein Auto und wer viel Glück hat, darf sogar einen Hund haben.

Manchmal fahre ich mit meiner Mutter in ihre Schule. Sie ist Lehrerin und arbeitet in einer anderen Stadt an einer Förderschule. Dass jedes Kind in seinem Tempo lernt und manche Kinder mehr Hilfe brauchen, ist nichts Neues für mich. Das kenne ich schon aus meiner Grundschule.

Urlaub ist für viele Kinder Luxus

Neu und jedes Mal traurig ist, dass viele Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen, dass ein Junge immer viel zu große Schuhe anhat, weil er die Turnschuhe von seinem Bruder geerbt hat. Manche Kinder haben im Winter in der Pause eine dünne Jacke an, nachmittags geht kaum ein Kind in einen Verein oder etwa zum Musikunterricht, und in den Ferien fahren die wenigsten Kinder weg.

Man muss sicher nicht aus Köln wegfahren, um zum Beispiel Kinder zu treffen, die nie zu Kindergeburtstagen gehen. Sie können selber nicht feiern, weil das Geld dafür nicht da ist, und werden deshalb auch nie eingeladen.
Wer die Augen aufmacht, kann solche Kinder sehen.

Hören kann man ihre Beschwerde darüber eher selten, weil sie sich schämen, laut zu sagen, wie es ist. Auch das finde ich schlimm, dass manche Kinder deshalb ein blödes Gefühl haben und viele Dinge für sie nicht möglich sind. Wenn Eltern für einen Jungen in meinem Alter Unterstützung vom Staat bekommen, dann reicht das Geld nicht für Dinge, die für mich „normal“ sind. Das ist doch unfair!

Jedes Kind sollte die gleichen Möglichkeiten haben. Und das darf nicht nur ein Versprechen sein, sondern muss unbedingt Wirklichkeit werden. Egal an welchem Ort oder in welchem Stadtteil man wohnt.

Von unserem Kinderreporter Fritz