I-Dötzchen, du bist nicht allein!

I-Dötzchen, du bist nicht allein!

Jeder, der das hier lesen kann, wird sich an seinen ersten Schultag erinnern – und die nächsten Zeilen denen vorlesen, die es selbst noch nicht können: AUFREGEND war das. Und die Nacht davor wahrscheinlich eine schlaflose, mit vielen Gedanken: Was wird in der Schultüte sein? Wie sind die neuen Mitschüler? Was können die? Muss ich die ganze Zeit auf dem Stuhl sitzen bleiben? Und werde ich noch genug Zeit zum Spielen haben? Vielleicht geht es vielen der ungefähr 151 000 i-Dötzchen so, die heute, am 21. August in Nordhein-Westfalen zum ersten Mal zur Schule gehen. (8929 Erstklässler sind es übrigens in Köln und Umgebung).  

Warum heißen Schulanfänger I-Dötzchen?

Zuerst:  I-Dötzchen ist nett gemeint und stammt aus unserer Heimat, dem Rheinland, wo ein kleines Kind als „Rotz“ oder „Dötzken“ (Dötzchen) genannt wird – mündlich, nicht in der Schriftsprache. Erstklässler werden i-Dötzchen genannt, weil früher im Schreibunterricht meistens zuerst der Buchstabe „I“ beigebracht wurde. Inzwischen sagen auch die meisten anderen Leute in Deutschland i-Dötzchen zu Schulanfängern. Das hat eine neue Studie herausgefunden.

WEshalb sagt man anderswo ABC-SchützeN?

Auf der Jagd nach Buchstaben? Ganz früher sagte man zu Schulanfängern „Abecedarier“, übersetzt: solche, die das Alphabet lernen. ABC-Schützen stammt vermutlich also daher, dass die jungen Schüler nun das ABC lernen werden. Das Wort Schütze ist in diesem Zusammensetzung vermutlich ein Irrtum. Das lateinische Wort „tiro „(Neuling, Rekrut) wurde aus Versehen mit dem französischen Verb „tirer“( schießen, feuern) in Verbindung gebracht.

Wieso fängt in Deutschland die Schule an verschiedenen Tagen an?

Bei uns in Deutschland legen die Bundesländer die Ferien- und Schultermine fest – oder variieren sie in Absprache mit anderen Ländern. Und zwar von Jahr zu Jahr. Warum? Vor allem deshalb, damit es keinen Stau auf den Straßen gibt, wenn viele Leute in den Urlaub fahren. Geplant wir das alles von der Kultusministerkonferenz, also von den zuständigen Politikern und Fachleuten für Schulfragen.

Warum bekommen I-Dötzchen eine Schultüte?

Wusstest du, dass Schultüten typisch deutsch sind? Nach allem, was man weiß, geht der Brauch auf das 19. Jahrhundert zurück und entstand in Ostdeutschland: Hauptverbreitungsgebiet der Schultüten, die damals Zuckertüten hießen, waren die Bundesländer Thüringen und Anhalt, das Vogtland und das Erzgebirge. Warum? Weil man  jungem Menschen helfen wollte, die Schule so schön wie möglich zu gestalten. Die Schultüte wurde zum „Trostpflaster“ für den nun streng geregelten und mit Pflicht erfüllten Lebensabschnitt. Sie sollte den  „Ernst des Lebens“ versüßen, weshalb sie auch oft Zuckertüte genannt wird.

Von Caroline Kron