„Man muss nicht groß sein“

„Man muss nicht groß sein“
Pantelis (links) beim Training (Foto: Banneyer)

Zum Start der Basketball-EM haben wir einen Jungen getroffen, der erfolgreich bei den „RheinStars“ dribbelt.

Pantelis prescht nach vorne, ein Mitspieler wirft ihm den Ball zu, Pantelis fängt, dribbelt den Ball, versucht den Korb zu erreichen, aber in seinem Rücken ist immer ein Spieler der gegnerischen Mannschaft und versucht, ihm den Ball wegzunehmen. Pantelis ist eines von etwa 55 000 Kindern in Deutschland, das Basketball spielt. Basketball belegt Platz elf der beliebtesten Sportarten. Heute wird er mit seinem Papa vor dem Laptop sitzen. Denn dort wird die Basketball-EM der Männer übertragen. Zum Start haben wir Pantelis beim Training zugeschaut und uns erklären lassen, warum die Sportart so toll ist.

Die Person

Pantelis hat seinen Freunden beigebracht, gute Körbe zu werfen. (Foto: Banneyer)

Pantelis ist elf Jahre alt, geht auf ein Kölner Gymnasium und wohnt in Junkersdorf. Vor fünf Jahren hat er angefangen, Basketball zu spielen. Zuerst bei einem kleineren Verein in seinem Stadtteil, zwei Jahre später ist er zu den „RheinStars“ gewechselt, dem größten Basketball-Verein in Köln.

„An Basketball gefällt mir, dass man es alleine, zu zweit oder im Team spielen kann“, sagt Pantelis. Wenn ihm langweilig ist, geht er raus auf die Straße und wirft ein paar Körbe. Dass er das beherrscht, zeigt er uns beim Training: Pantelis steht einige Meter vom Korb entfernt. Mit leichter Hand drückt er den Basketball in die Luft und befördert ihn in hohem Bogen in den Korb.

Die Mannschaft

Die erwachsene Herrenmannschaft der Rheinstars spielt in der zweiten Bundesliga. In dem Verein spielen ungefähr 300 Kinder, sie sind auf 30 Jugendmannschaften aufgeteilt. Pantelis spielt in der U12. Dort gibt es vier Untermannschaften, Pantelis spielt in der zweitbesten, der U12.2. Er hat aber auch schon in der besten Mannschaft gespielt – und ist mit ihr Westdeutscher Meister 2016 geworden. Wer in welchem Team spielt, wird vor den Sommerferien entschieden. Dann gibt es die „Try Outs“: Hier zeigt jedes Kind, was es kann und wird dann einer Mannschaft zugeteilt.

Das Training

Pantelis trainiert ziemlich häufig. (Foto: Banneyer)

Drei Mal pro Woche trainiert Pantelis zwei Stunden. Das Training ist in vier gleich lange Einheiten aufgeteilt: Aufwärmen, Kondition, Technik und zum Schluss ein Spiel. Zusätzlich steht fast jedes Wochenende ein Spiel gegen eine andere Mannschaft aus der Oberliga an, in der die U12.2. spielt. Bei so viel Training kann es ganz schön eng mit der Schule werden.

„Wir bekommen Hausaufgaben für die ganze Woche. Das kann ich mir gut einteilen“, sagt Pantelis. „Aber wenn eine Klassenarbeit ansteht, lasse ich das Training ausfallen.“ Denn für Pantelis steht Schule an erster Stelle. Obwohl er Basketball liebt, kann er sich nicht vorstellen, später Profi zu werden. „Wenn man nicht richtig gut ist, verdient man damit nur sehr wenig Geld.“

Die Freunde

Auch für seine Freunde bleibt nicht so viel Zeit. „Die sind oft traurig, wenn ich nicht kann, weil ich Training habe“, erzählt er. Immerhin hat er seine Klassenkameraden dazu angestiftet, in der Pause nicht nur zu kicken, sondern auch Körbe zu werfen. „Wir hatten Basketball letztes Jahr im Sportunterricht. Ich habe meinen Freunden gezeigt, wie man richtig wirft, damit sie eine gute Note bekommen. So haben sie auch Lust auf Basketball bekommen.“

Pantelis findet Basketball nämlich spannender als Fußball: „Das ist einfach ein schnelleres Spiel. Wenn es 12 zu 7 steht, kann sich das in einer Minute ändern, beim Fußball braucht so was total lange.“ Schwierig sei aber, dass es im Basketball mehr Regeln gebe – die man sich natürlich alle merken muss. Und mit einem Vorurteil räumt Pantelis auch gleich noch auf: „Man muss nicht unbedingt groß sein, um gut Basketball zu spielen. Es gibt auch kleinere, die eine super Sprungkraft haben!“

Die Europameisterschaft

An diesem Donnerstag startet die Basketball-Europameisterschaft der Männer. Die Spiele finden in Finnland, Israel, Rumänien und der Türkei statt. Heute um 14.45 Uhr spielt die deutsche Mannschaft gegen die Ukraine. Auch am 2., 3., 5. und 6. September treten die Deutschen an. Die ganzen Spiele werden nicht im Fernsehen, sondern nur im Internet übertragen.

Von Angela Sommersberg

Tags: