Cat Ballou: „Toll, dass man uns gewinnen kann“

Oliver Niesen (links), Sänger und Gitarrist von Cat Ballou, ist 29 Jahre alt. Dominik Schönenborn spielt Keyboard. Er ist 27 Jahre alt. Für euch erinnern sich die beiden noch einmal an ihre Schulzeit. (Foto: dpa)
Oliver Niesen (links), Sänger und Gitarrist von Cat Ballou, ist 29 Jahre alt. Dominik Schönenborn spielt Keyboard. Er ist 27 Jahre alt. Für euch erinnern sich die beiden noch einmal an ihre Schulzeit. (Fotos: Goyert)

Cat Ballou – das sind Oliver Niesen, Dominik Schönenborn, Kevin Wittwer und Michael Kraus. Ihr Lied „Et jitt kein Wood“ kennt ihr bestimmt. Die kölsche Band möchte exklusiv für euch spielen. Denn sie sind der Preis unserer Aktion „Eine Band für euch“. Doch bevor sie in eurer Schule auf der Bühne stehen, möchtet ihr sie bestimmt genauer kennenlernen. Wir haben mit den Bandmitgliedern Oliver und Dominik gesprochen. Sie haben uns viele Erlebnisse aus ihrer Schulzeit verraten und sie erzählen, wie sie ihre Videos drehen.

Euer Lied „Et jitt kei Wood“ können viele  Kinder mitsingen. Warum habt ihr den Song geschrieben?

Dominik: Das war vor etwa drei Jahren. Ich war total schlecht gelaunt in der U-Bahn unterwegs. Dann bin ich über die Deutzer Brücke gefahren und war plötzlich gut drauf. Ich habe mich gefragt, warum ich gute Laune bekomme, nur weil ich den Dom sehe. Darum geht es in dem Lied. Wir haben den Text dann zusammen geschrieben.

Für das Konzert kehrt ihr an eine Schule zurück. Welche Erinnerungen kommen da hoch?

Oliver: Wir waren alle zusammen auf der Realschule, aber in unterschiedlichen Klassen. Mit meinem Cousin Michi, der auch unser Schlagzeuger ist, war ich seit der Grundschule in einer Klasse. Die Lehrer haben uns damals verboten, nebeneinander zu sitzen. Und das, obwohl die gar nicht wussten, ob wir wirklich laut sind. Da haben wir uns drüber aufgeregt. Aber ich hab schon als Kind geahnt, dass ich die Schulzeit später vermissen würde. Und so ist es ja auch gekommen.

Wonach sehnst du dich zurück?

Oliver: Eigentlich hatte man immer Ferien. Das war so eine unbeschwerte Zeit, man musste sich kaum Gedanken machen.
Dominik: Quatsch, die Hausaufgaben waren doch furchtbar. Ich weiß noch, wie oft ich meine vergessen habe und nach dreimal hat die Lehrerin dann zu Hause Bescheid gesagt. Da hab ich mich verpetzt gefühlt. Aber Oli hat schon Recht – insgesamt fand ich die Schulzeit auch schön. Deswegen habe ich ja auch angefangen, auf Lehramt zu studieren.

Was waren die lustigsten Dinge, die euch in der Schule passiert sind?

Oliver: Die lustigsten Situationen waren immer diejenigen, die nicht lustig sein durften. Da sehne ich mich nach zurück. Wenn jemand einen Vortrag gehalten und sich versprochen hat und du dir das Lachen verkneifen musstest, aber das nicht ging. Mann, was habe ich mit Freunden Tränen gelacht. An Karneval bin ich zum Beispiel beim Tanzen auf der Bühne ausgerutscht, und hab mich voll hingelegt. Ich hab zwar erst einmal weitergemacht. Aber dann hab ich den Fehler gemacht, Dominik anzugucken. Der hatte einen hochroten Kopf, hat sich den Bauch gehalten und konnte nicht aufhören zu lachen. In dem Moment war es auch bei mir vorbei – ich konnte das Lied nur noch lachend zu Ende singen.

Warum macht ihr bei unserem Schulkonzert mit?

Dominik: Weil die Aktion sinnvoll ist. Kinder sehen zwar Nachrichten im Fernsehen, machen so etwas aber nie selbst. Deswegen ist das cool. Und es ist toll, dass man uns dann gewinnen kann.

Sind Nachrichten denn wichtig?

Dominik: Auf jeden Fall. Wenn man einmal am Tag Nachrichten guckt, dann ist man mittendrin im Weltgeschehen. Und wenn man in der Schule zum Beispiel besprochen hat, wo die Ukraine liegt, dann werden auch die Erwachsenen-Nachrichten interessant.

Oliver: Auf der Welt passieren so viele Dinge und letztlich kann alles eine Nachricht sein. Deswegen finde ich die Aktion superspannend: Wann wird ein Thema für ein Kind zu einer Nachricht? Das kann man als Erwachsener ja nur wissen, wenn die Kinder es selbst machen.

Wenn es eure Aufgabe wäre, das Nachrichtenvideo zu drehen – für welches Thema würdet ihr euch entscheiden?

Dominik: Ich fände eine schöne Nachricht gut. Man hört in den Nachrichten sonst immer so viel Schlechtes. Ich weiß, dass gute Nachrichten nicht so beliebt sind, aber man muss versuchen, eine positive Nachricht so zu verpacken, dass sie jeden interessiert. Bei der Berichterstattung über den Karneval klappt das ja auch.

Cat Ballou Interview 2Euer Video „Et jitt kei Wood“ wurde auf youtube mehr als zwei Millionen Mal geklickt. Wie geht ihr vor, wenn ihr ein Video dreht?

Oliver: Wir haben natürlich Hilfe von unterschiedlichen Leuten für die Kamera und den Schnitt, aber  die Idee kommt von uns. Wir haben zu jedem Lied ein bestimmtes Bild im Kopf.

Dominik: Ich glaube, dass es bei den Leuten am besten ankommt, wenn sie merken, dass man Spaß an etwas hatte.

Seit eurem Album „Lokalpatriot“, auf dem auch „Et jitt kei Wood“ ist, singt ihr Kölsch, vorher habt ihr Hochdeutsch gesungen. Warum??

Oliver: Uns gibt es jetzt seit 16 Jahren und eigentlich haben wir immer nur unser Ding gemacht. Wir wollten einfach ein Lied für Köln machen und haben gemerkt, wie viel Spaß Kölsch macht. Das ist wie mit einer Fremdsprache: Man gibt sich mehr Mühe und sagt Sachen ganz anders. Und manchmal klingen die dann sogar schöner.

Jetzt sprecht ihr aber Hochdeutsch. Woher könnt ihr denn Kölsch?

Dominik: Für uns gehört auch Mut dazu, Kölsch zu sprechen. Denn es gibt viele Leute, die das besser können als wir. Wir sind mit kölscher Musik aufgewachsen – wie viele Kinder aus Köln. Deswegen verstehen wir alles. Aber es ist noch mal ganz anders, einen Dialekt zu sprechen, das haben wir jetzt erst richtig gelernt.

Oliver: Kölsch  spricht ja leider kaum noch ein Kind. Wenn Kölsch ausstirbt, dann gibt es zwar immer noch den Dom und den Rhein und das Bier, aber dann hätte Köln eine wichtige Eigenart verloren. Es wäre anmaßend zu sagen, dass wir der Jugend mit unserer Musik die kölsche Sprache näher bringen. Aber wenn das ein Nebeneffekt ist, dann haben wir doch den Jackpot gewonnen.
Das Gespräch führte Angela Sommersberg

Cat Ballou bei Köln.tv

Bei „Der Talk“ erzählen Cat Ballou von der Aktion „Eine Band für euch“

Alle Infos zum Wettbewerb „Eine Band für euch“

Eine Band für euch

 

 

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