Ich muss mal!
Dass du beim Schwimmen so oft auf Toilette musst, hat mit unserem Blut zu tun.
Nach dem Umziehen warst du extra noch mal auf der Toilette, doch dann das: Kaum planschst du eine Weile im Schwimmbad, musst du schon wieder Pipi. Wie kann das sein? Hast du zu viel getrunken? Drückt das Wasser von außen auf unsere Blase? Oder ist es der gleiche Effekt, wie wenn du Wasser plätschern hörst und plötzlich musst? Nein, mit all dem hat es nichts zu tun.
Ein bisschen schwerelos
Dass du Pipi musst, sobald du dich länger im Wasser aufhältst, hat einen anderen Grund – nämlich unser Blut. Und das kommt so: Wenn wir baden, strömt besonders viel Blut in unsere Körpermitte. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste ist, dass wir im Wasser ein bisschen schwerelos sind. Wenn wir uns an Land bewegen, sorgt die Schwerkraft ja dafür, dass wir am Boden bleiben. Dadurch ist relativ viel Blut in Beinen und Füßen. Im Wasser kann das Blut leichter fließen und sammelt sich mehr im Oberkörper. Der zweite Grund ist der Druck im Wasser. Er presst auf unsere Arme und Beine und verengt die Blutgefäße. Auch dadurch fließt mehr Blut als gewöhnlich in die Körpermitte. Wenn wir zusätzlich in kaltem Wasser schwimmen, sorgt auch das dafür, dass viel Blut in den Bauchraum fließt. So will unser Körper die Organe schützen.
Befehl: Druck ablassen
Wir halten also fest: Im Wasser strömt mehr Blut als sonst in unsere Körpermitte. Nun könnte man denken, dass dieses Blut auf die Blase drückt – und wir deswegen müssen. Doch auch das stimmt nicht. Unser Herz bemerkt die gestiegene Menge Blut in der Körpermitte und denkt, es wäre zu viel. Deswegen gibt der Körper den Befehl: Druck ablassen. Also beginnt die Niere, Flüssigkeit aus unserem Körper zu ziehen und in die Blase zu befördern – wir müssen Pipi. Da hilft nur eins: zur Toilette gehen und danach entspannt weiter baden.
Von Angela Sommersberg





