Hexen, Maibäume und Streiche

In der Walpurgisnacht sollen sich Hexen auf dem Blocksberg versammelt haben. In der Nacht zum 1. Mai spielen Leute das gerne nach. (Foto: dpa)
In der Walpurgisnacht sollen sich Hexen auf dem Blocksberg versammelt haben. In der Nacht zum 1. Mai spielen Leute das gerne nach. (Foto: dpa)

Die Hexen sind los! In diesem Jahr von Samstag auf Sonntag, die Nacht zum 1. Mai. Dann ist Walpurgisnacht.

Der Harz ist ein Gebirge, dass sich über die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt. Zur Walpurgisnacht verkleiden sich dort viele Menschen als Hexen und Teufel und feiern ausgelassen. An vielen Orten werden dazu noch Feuer entzündet.

Mit Feuer böse Geister vertreiben

Früher wollten die Menschen mit Feuern böse Geister vertreiben. Denn sie glaubten: Zur Walpurgisnacht versammeln sich etwa auf dem höchsten Berg im Harz böse Hexen. Sie feiern dort ausgelassen mit dem Teufel, meinten die Leute. Der Berg heißt Brocken. Er wird auch Blocksberg genannt.

Der uralte Volksglaube besagt, dass um Mitternacht der Spuk vorbei ist. Dann verschwinden die Hexen und Teufel heulend. Und die Göttin des Sommers, die Maienkönigin, übernimmt das Feld. Heute ist die Walpurgisnacht in der Gegend ein großer Spaß.

Die heilige Walburga

In dem Namen Walpurgisnacht soll übrigens der Name einer Heiligen stecken, der Name der Heiligen Walburga. Doch die Heilige und das Fest haben wohl nicht viel miteinander zu tun, sagen Experten.

Walburga soll an einem 1. Mai heiliggesprochen worden sein. Eine Erklärung könnte also sein: Im Lauf der Zeit vermischten sich der uralte Brauch, Geister zu vertreiben irgendwie mit dem christlichen Fest.

Andere Orte, andere Bräuche

Auf dem Brocken verkleiden sich die Menschen in der Nacht auf den 1. Mai sogar als Hexen und Teufel. Aber auch in vielen anderen Orten in Deutschland gibt es besondere Bräuche für diese Nacht: In manchen ziehen Jugendliche als „Hexen“ durch die Straßen und spielen den Bewohnern Streiche. Sie klauen zum Beispiel Blumentöpfe und Fußmatten – und verstecken sie irgendwo in der Nähe, so dass der Besitzer seine Sachen suchen muss.

Große und kleine Maibäume

Dünne Bäumchen mit buntem Schmuck: Maibäume in Köln. (Foto: dpa)

Dünne Bäumchen mit buntem Schmuck: Maibäume in Köln. (Foto: dpa)

In den meisten Ortschaften wird außerdem ein großer Maibaum aufgestellt. Dort wird dann das Maifeuer angezündet und oft ein Fest mit allen Bewohnern gefeiert. In Köln gibt es zusätzlich einen besonderen Brauch: Verliebte stellen sich hier gegenseitig einen kleinen Maibaum vor die Haustür oder vor das Zimmerfenster. Ganz heimlich in der Nacht und schön geschmückt – so dass sich der andere gleich freut, wenn er am nächsten Morgen aus dem Fenster guckt.

Von dpa, ann, ksta