Was bedeutet Demokratie?

Was bedeutet Demokratie?
Viele Hände halten in einer Demokratie zusammen, es gibt nicht einen, der bestimmt (Bild: Fotolia)

Demokratie ist eine Staatsform und bedeutet: Alle Bürgerinnen und Bürger haben die gleichen Rechte – aber auch Pflichten. Über sie herrscht kein König oder Kaiser und auch kein General des Militärs. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Herrschaft des Volkes“. Deutschland ist seit 1949 ein demokratischer Staat, davor gab es schon einmal eine Demokratie, und zwar von 1918 bis 1933. 

In einer Demokratie dürfen alle Menschen frei ihre Meinung sagen, sich versammeln, sich informieren. Da aber nicht jeder irgendetwas irgendwie bestimmen kann, gibt es in einer Demokratie verschiedene Parteien. Deren Mitglieder, die Politiker, halten ihre Vorstellungen in sogenannten Parteiprogrammen fest. Die Bürger einer Demokratie wählen Personen und Parteien, von denen sie eine bestimmte Zeit lang regiert werden wollen. Und wenn die Regierung ihre Arbeit schlecht macht, können die Bürger bei der nächsten Wahl eine andere Regierung wählen.

Wer entscheidet?

Wahlen in einer Demokratie sind geheim - deswegen machen Bürger ihr Kreuzchen hinter einem solchen Sichtschutz. (Foto: dpa)

Wahlen in einer Demokratie sind geheim – deswegen machen Bürger ihr Kreuzchen hinter einem solchen Sichtschutz. (Foto: dpa)

In einer Demokratie gibt es regelmäßige freie und geheime Wahlen: Jeder Bürger kann wählen, wen er möchte. Und er muss das niemandem verraten. Die gewählten Politiker sind die Vertreter der Bürger. Sie gehören verschiedenen Parteien an, die ihre Ideen in Parteiprogrammen festhalten. Wenn eine Partei genügend Stimmen bekommt, bildet sie die Regierung. Manchmal schließen sich auch Parteien mit anderen zu einer Koalition zusammen. Momentan regiert in Deutschland eine Koalition aus CDU und SPD.

Wenn die Bürger mit einer Partei nicht mehr zufrieden sind, können sie bei der nächsten Wahl einer anderen Partei ihre Stimme geben. Die Politiker in einer Demokratie dürfen zwar viele Dinge entscheiden und beschließen. Sie müssen sich dabei aber an die Verfassung halten: Darin ist festgelegt, wie das Land organisiert ist und welche Grundrechte die Bürger haben. In Deutschland heißt die Verfassung Grundgesetz.

Wie entstand Demokratie?

In einer Demokratie zu leben, ist nicht selbstverständlich. Die Menschen mussten oft sehr dafür kämpfen, dass sie mitbestimmen durften. Die ersten Formen einer Demokratie gab es im alten Griechenland im 5. Jahrhundert vor Christus: Manche Bürger konnten zum Beispiel über Krieg oder Frieden abstimmen. Frauen und Sklaven durften das aber nicht.

Im Mittelalter herrschten meist Könige und Kaiser allein über die Menschen in Europa. Erste Parlamente, in denen die Vertreter mitentscheiden durften, gab es ab Ende des 17. Jahrhunderts in Großbritannien und im 18. Jahrhundert in einigen anderen europäischen Ländern. Deutschland ist seit 1949 eine Demokratie. Vorher gab es sie auch schon einmal von 1918 bis 1933. Danach kamen die Nationalsozialisten an die Macht: Es gab nur eine Partei, die NSDAP. Politische Gegner und andersdenkende Menschen wie Juden oder Homosexuelle wurden umgebracht. Deutschland war eine Diktatur, in der Adolf Hitler herrschte.

Eine Demokratie ist immer auch ein Rechtsstaat

In einer Demokratie muss alles, was der Staat tut, nach den Regeln der Verfassung und der Gesetze funktionieren. Kein Politiker darf gegen sie verstoßen. Bei uns in Deutschland stehen diese Regeln im Grundgesetz, also der Verfassung. Das bedeutet: Ein demokratischer Staat ist immer auch ein Rechtsstaat.

War auch die DDR eine Demokratie?

In Deutschland gab es von 1949 bis 1990 einen zweiten deutschen Staat, die „Deutsche Demokratische Republik“, abgekürzt DDR. Obwohl im Staatsnamen der Begriff „Demokratie“ vorkam, war die DDR aber keine Demokratie. Die Bürger durften dort zum Beispiel nicht ihre Meinung frei äußern und wurden von der Polizei streng kontrolliert.

Wie ist die Lage weltweit?

Viele Länder bezeichnen sich als Demokratie. Doch häufig werden demokratische Regeln nicht eingehalten. Die Bürger dürfen zum Beispiel nicht frei wählen oder ihre Meinung sagen. Oder die Medien werden von der Regierung kontrolliert und müssen berichten, was diese ihnen vorschreibt. Aktuelles Beispiel ist die Türkei. Dort reißt der Präsident immer mehr Macht an sich, verfolgt, entlässt oder verhaftet diejenigen, die andere Meinungen haben, schließt Zeitungen und Radiosender.

Von Caroline Kron  und Kathy Stolzenbach (mit bpb, dpa)