Zerstörung und Gewalt in Hamburg

Zerstörung und Gewalt in Hamburg
Menschen zündeten mitten in der Hamburger Innenstadt Paletten und Mülltonnen an, um die Straßen zu blockieren. (Foto: dpa)

Am Freitagabend kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten in Hamburg. Tausende Menschen protestieren dort gegen den G20-Gipfel. Zu dem Treffen reisen Staatschefs aus den 20 wirtschaftlich stärksten Ländern der Welt, um miteinander zu reden.

Der Gipfel findet am Freitag und Samstag statt. Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump treffen sich in den Hamburger Messehallen. Dort diskutieren sie, wie sie mit gemeinsamen Problemen und Zielen umgehen wollen: Terror oder Umweltschutz zum Beispiel.

20.000 Polizisten im Einsatz

Demo am Donnerstag (Foto: dpa)

Fahrradprotest am Freitag (Foto: dpa)

Auf den Straßen davor und in der Hamburger Innenstadt gab es am Donnerstag und Freitag viele Demonstrationen. Das ist bei den G20-Gipfeln nichts Neues – viele Menschen üben Kritik an den G20-Treffen. Deswegen sind zurzeit auch gut 20.000 Polizisten aus dem ganzen Land in Hamburg. Sie sollen für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Tausende Menschen protestierten friedlich. Sie verkleideten sich als Clowns, tanzten durch die Straßen, fuhren mit dem Rad oder liefen mit Plakaten durch die Stadt.

Angriffe mit Flaschen, Böllern und Steinen

Ein Demonstrant wirft eine Flasche in Richtung Polizei. (Foto: dpa)

Tausende Polizisten sind im Einsatz. (Foto: dpa)

Aber abends kam es an beiden Tagen zu heftigen Ausschreitungen. Demonstranten warfen Steine, Böller und Flaschen auf die Polizisten. Sie zerschlugen Fensterscheiben und zündeten Paletten, Mülltonnen und Autos an. Am späten Freitagabend stiegen Demonstranten in einige Geschäfte ein, klauten die Ware und zerstörten das Möbiliar. In der ganzen Hamburger Innenstadt brannten mitten auf der Straße Feuer. Die S-Bahnen konnten einige Stunden lang nicht fahren.

Rund 200 Polizisten wurden bisher bei den Auseinandersetzungen verletzt. Die Zahl der verletzten Demonstranten ist nicht bekannt – viele der Protestgruppen haben eigene Sanitäter dabei und melden ihre Verletzten nicht offiziell so wie die Polizei. Mehr als 70 Demonstranten wurden bis Freitagabend festgenommen. Die Polizei prüft jetzt, ob und welche Straftaten sie genau begangen haben.

Die Bundeskanzlerin verurteilte die Gewalt. Friedlicher Protest sei wichtig für eine Demokratie, sagte sie – aber es sollten keine Menschen verletzt oder in Gefahr gebracht werden.

Warum demonstrieren G20-Gegner?

Viele verschiedene Gruppen kommen in Hamburg gerade zusammen, um gegen G20 zu protestieren. Sie haben ganz unterschiedliche Kritikpunkte und Ziele.

Kanzlerin Angela Merkel und der US-Präsident Donald Trump schütteln sich vor dem G20-Gipfel die Hände. (Foto: dpa)

Viele Kritiker finden es nicht fair, dass sich die Staatschefs von nur 20 Staaten treffen, um über Themen zu verhandeln, die auch alle anderen 173 Länder auf der Welt betreffen. Sie sagen: Die G20-Staaten dürfen zu viel bestimmen, sie haben zu viel Macht. Auch ärmere Länder aus Afrika oder Asien sollten mit am Verhandlungstisch sitzen, fordern sie.

Andere wollen gegen Personen protestieren, die zurzeit zu Besuch sind – und gegen ihre Politik: Gegen den türkischen Staatschef Erdogan zum Beispiel, weil er in seiner Heimat unschuldige Journalisten und Richter verhaften lässt und die Todesstrafe wieder einführen will. Oder US-Präsident Donald Trump, der sich nicht für den Klimaschutz einsetzen will. Oder Russlands Präsident Wladimir Putin, der sich stark in den Krieg in Syrien einmischt.

Was ist der „schwarze Block“?

Doch es gibt auch andere Demonstranten: Menschen in schwarzen Klamotten zünden Autos und Mülltonnen an. Manchmal spricht man bei ihnen auch vom „schwarzen Block“. In Hamburg schmissen Randalierer mit Steinen Schaufenster ein. Viele sagen: Diese Menschen sind Linksextreme.

Linksextreme lehnen die Grundregeln unseres Staates ab. „Sie haben Feindbilder“, erklärt ein Experte. Dazu zählen zum Beispiel Politiker und einige andere Menschen, die man mit unserem Staat verbindet.

Linksextreme wollen die Ordnung in unserem Staat gerne ändern. Sie wollen sich zum Beispiel an keine Regeln halten. Oder sich diese Regeln selbst geben. Um ihre Ziele durchzusetzen benutzen manche Linksextreme auch Gewalt.

Von ann, dpa

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