So werden Filmtiere trainiert

So werden Filmtiere trainiert
Tatjana Zimek wartet mit dem Schauspiel-Dackel auf ihren Einsatz am Set. (Foto: Tatjana Zimek)

Tatjana Zimek, Sie haben den Dackel trainiert, der im Film „Papa Moll“ mitspielt. Sind Dackel gute Schauspieler?

Eigentlich sind Dackel gar nicht einfach, sie sind sehr stur. Pudel oder Schäferhunde machen das viel lieber. Ein Dackel guckt immer erst und überlegt sich: Warum soll ich das machen?

Ist das auch der Grund, warum Sie für den Film drei Dackel eingesetzt haben?

Nicht alle Dackel machen alles gerne. Deshalb wurden für den Film „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“ gleich drei eingesetzt. (Foto: Tatjana Zimek)

Das liegt daran, dass der Hund im Film unterschiedliche Sachen machen muss. Deshalb habe ich ein Geschwisterpärchen genommen, Brezel und Zwieback. Für die ruhigeren Szenen habe ich Brezel genommen. Die wilden Szenen hat Zwieback gemacht. Dann hatten wir noch einen dritten Hund, der heißt Croissant. Er hat die unangenehmen Szenen gespielt – zum Beispiel wenn ein Hund am Nacken gepackt wird. Ihn stört das nicht.

Wie viele Tiere haben Sie denn, die Sie für Filme trainieren?

Sechs Hunde sitzen auf einer Mauer. (Foto: Tatjana Zimek)

Tatjana Zimek hat nicht nur drei Dackel, sondern ein Riesen-Rudel sowie noch viele weitere Tiere, die sie für Filme trainiert. (Foto: Tatjana Zimek)

Ich habe 60 Hunde, zwei Rehe, einen Steinbock, Greifvögel, Tauben und Hühner. Außerdem habe ich drei Kühe, ein Pferd, einen Raben, Katzen und Ratten. Und auch Eichhörnchen und Marder. Die Eichhörnchen werden zum Beispiel oft für Waldszenen oder in Hexenfilmen eingesetzt.

Was ist das Schwierigste, das man Filmtieren beibringen muss?

Die Tiertrainerin ist stolz auf ihre Arbeit, wenn der Film fertig ist. (Foto: Tatjana Zimek)

Die Tiertrainerin ist stolz auf ihre Arbeit, wenn der Film fertig ist. (Foto: Tatjana Zimek)

Schwierig ist, das Normale zu spielen. Bestimmte Tricks wie Schränkchen aufmachen oder Pfötchen geben, das kann man dem Hund leicht beibringen. Aber ganz normal mit einem Schauspieler mitzulaufen, sodass es aussieht, als wäre das sein Hund – das ist das Schwierigste.

Was macht man denn, wenn die Tiere mal gar keine Lust auf das Schauspielern haben?

Dann kriegen sie eine Pause. Wenn einem Hund die Puste ausgeht, darf er Pause machen und spielen gehen. Auch deshalb sind immer drei Hunde da. Es passiert beim Film ja oft, dass man eine Szene zehnmal oder häufiger drehen muss. Einem Menschen kann man das erklären. Bei einem Hund ist das schwieriger. Da muss man viele Leckerlis und Spielsachen dabei haben.

(Von dpa)

Der Film

„Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“ startet heute im Kino. In dem Film geht es um einen Vater, der sich ein Wochenende lang alleine um seine Kinder kümmert und mit ihnen in den Zirkus geht. Von dort entführen die Kinder die Hauptattraktion, den fliegenden Dackel Katovl. Und danach geht alles schief…

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