Was ist ein Gefährder?

Was ist ein Gefährder?
Gefährder sollen stärker überwacht werden. (Foto: dpa)

Viele Leute reden gerade über ein Wort, das gefährlich klingt: Gefährder. Das sind Menschen, von denen die Polizei denkt, dass sie einen Anschlag planen könnten. Klar, dass die Ermittler auf solche Gefährder besonders aufpassen wollen.

Gefährder werden überwacht

Die Polizei überwacht manche Gefährder rund um die Uhr. Die Polizisten beobachten etwa, wohin der Mensch geht und mit wem er sich trifft. „Das ist der schwierigste Dienst für Polizisten im Außendienst“, sagt ein Experte. Denn der Gefährder darf nicht entwischen.

So eine Überwachung ist sehr aufwendig. Fachleute sagen: Um eine Person zu überwachen, braucht man mindestens 20 Polizisten. Etwa fünf sind gleichzeitig im Einsatz, damit jeder mal Pause machen kann. „Nur die wichtigsten Gefährder werden rund um die Uhr überwacht“, sagt der Fachmann. In bestimmten Fällen kann die Polizei auch das Telefon abhören oder E-Mails mitlesen. Die Polizei sagt, dass dadurch schon Anschläge verhindert wurden.

Was ist falsch gelaufen?

Doch nicht immer klappt das. Vor Weihnachten gab es in der Stadt Berlin einen Anschlag. Der Täter galt als ein Gefährder. Vergangene Woche sprachen Politiker darüber, was Ermittler schon vor der Tat über den Mann wussten – und warum er den Anschlag verüben konnte, obwohl die Polizei so viel wusste.

Der Täter wurde zu islamistischen Gefährdern gezählt. Das Wort islamistisch hat mit der Religion Islam zu tun. Islamisten sind Muslime, die sich in allen Bereichen des Lebens sehr streng nach dem Islam richten wollen. Manche von ihnen schrecken auch vor Anschlägen nicht zurück. Die meisten Muslime finden Anschläge allerdings falsch.

Mehrere Hundert Gefährder

Insgesamt geht die Polizei von mehreren Hundert islamistischen Gefährdern aus. Die Hälfte von ihnen sind in anderen Ländern, manche sitzen im Gefängnis. Daneben gibt es auch Gefährder, die gar nichts mit dem Islam zu tun haben.

Manche Politiker fordern, die Gefährder besser zu überwachen. Doch Experten sagen: Alle Gefährder die ganze Zeit zu überwachen, wäre im Moment zu aufwendig.

Von dpa