Das würden Mädchen ändern

Das würden Mädchen ändern
Mehr Liebe, weniger Streit und Hass - das wünschen sich manche der Mädchen, die wir hier zitieren. (Foto: dpa)

Etwa 1,1 Milliarden Mädchen leben auf der Erde. Aber wie geht es diesen Mädchen? Sind sie frei? Dürfen sie zur Schule gehen? Haben sie die gleichen Möglichkeiten wie Jungen? Dass alle die gleichen Rechte haben sollten, steht im deutschen Gesetz und auch in den Kinderrechten der Vereinten Nationen: Kein Kind – weder in armen noch in reichen Ländern – darf wegen seines Geschlechts benachteiligt werden. Zum Weltmädchentag schauen wir uns das mal genauer an.

Wie geht es den Mädchen?

Menschen setzen sich an vielen Orten auf der Welt dafür ein, dass Mädchen die gleichen Rechte haben wie Jungen. Zum Beispiel das Recht zur Schule gehen zu können. (Foto: dpa)

In manchen Ländern auf der Welt dürfen Mädchen nicht zur Schule gehen, Jungen aber schon. In Afrika etwa kommen durchschnittlich auf 100 Jungen, die eine weiterführende Schule besuchen, nur 79 Mädchen. Dafür helfen Mädchen weltweit doppelt so viel im Haushalt wie Jungen – sie kochen, putzen, holen Wasser oder kümmern sich um die Geschwister. Und wenn in armen Familien nicht genug Essen da ist, bekommen die Jungen mehr als die Mädchen. Ungerecht, oder?

Und in Deutschland?

Mädchen bekommen im Durchschnitt weniger Taschengeld als Jungs. (Foto: dpa)

Bei uns sieht das auf den ersten Blick ganz anders aus. Es ist zum Beispiel völlig klar, dass Jungen UND Mädchen zur Schule gehen. „Trotzdem gibt es noch viel Ungleichbehandlung“, sagt Frauke Mahr. Sie leitet den Verein „Lobby für Mädchen“ in Köln. Mädchen bekommen zum Beispiel im Schnitt drei Euro weniger Taschengeld als Jungs. „Mädchen brauchen keine spezielle Förderung, aber es gibt noch immer viele Strukturen, die Mädchen benachteiligen.“

Frauke Mahr erzählt, dass einige Mädchen in einer Gruppe mitmachen wollten, die digitale Spiele testet. In der Gruppe waren nur Jungs. Drei Spiele sollten alle Mitglieder pro Woche ausprobieren. „Das war den Mädchen zu viel. Als sie gefragt haben, ob man die Bedingungen ändern könnte, war das nicht möglich.“ Und ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass manche Jungs „Mädchen“ als Schimpfwort benutzen?

Die „Lobby für Mädchen“ hat einen Film gemacht, in dem Mädchen erzählen, was sie in Deutschland und Köln ändern würden. Den Film kannst du dir auf der Internetseite der Lobby anschauen. Zitate daraus haben wir dir hier aufgeschrieben.

Das würden Kölner Mädchen ändern:

„Die Leute sollten sich, verdammt noch mal, endlich lieb haben, anstatt sich gegenseitig ständig weh zu tun.“

„Wenn ich Bürgermeisterin von Köln wäre, würde ich Männern verbieten, Frauen so nachzugaffen.“

„Das mit dem Geld sollte anders geregelt werden. Die Männer verdienen immer noch mehr als die Frauen, obwohl die eigentlich gleichrangig sind. Das finde ich einfach nur inakzeptabel und intolerant.“

„Alle Mädchen sollten jemanden haben, der sie lieb hat. Das kann die Mama sein oder ein Freund oder die allerbeste Freundin.“

„Ich denke, dass jeder die Gelegenheit haben sollte, selbst entscheiden zu dürfen, was er oder sie mit dem Leben machen möchte.“

„Ich finde, dass der Mann immer noch ein bisschen mehr zu sagen hat als die Frau. Das könnte noch besser werden, damit beide gleichberechtigt sind.“

Der Verein „Lobby für Mädchen“

Seit 30 Jahren setzt sich die „Lobby für Mädchen“ in Köln ein: In Köln-Mülheim gibt es ein Zentrum nur für Mädchen (mit Essen, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten). In Köln-Ehrenfeld findest du in der Beratungsstelle immer jemanden zum Reden, falls du mal Kummer hast. Außerdem organisiert die Lobby Ausflüge. Mehr Infos gibt’s hier: maedchenzentrum-koeln.de

Von Angela Sommersberg