Tiertherapie hilft Kindern im Krankenhaus

Die 43-jährige Tiertherapeutin Bianca Terhürne sitzt in der Dortmunder Kinderklinik mit der zweijährigen Maria Ost neben ihren Hunden und Kaninchen. (Foto: dpa)
Die Dortmunder Kinderklinik hat eine Tiertherapeutin. Ihre Hunde und Kaninchen sollen kranke Kinder erfreuen. (Foto: dpa)

Wenn Kinder krank werden, müssen sie manchmal ins Krankenhaus. Da es dort oft langweilig und manchmal sogar traurig ist, lädt eine Klinik im Bundesland Nordrhein-Westfalen Hunde zum Schmusen ein. Dies nennt man auch Tiertherapie.

Lumpi und Flocke sind echte Profis. Einmal in der Woche fährt ihre Besitzerin sie in eine Dortmunder Kinder-Klinik. Dort arbeiten die beiden Pudel. Pudel, die arbeiten? Und dann noch in einem super sauberen Krankenhaus? Was die Hunde da wohl machen?

Die Tiertherapeutin Bianca Terhürne bringt in der Dortmunder Kinderklinik ihre Pudel Flocke und Lumpi zur Therapie. (Foto: dpa)

Lumpis und Flockes Aufgabe ist es, kranke Kinder zum Lachen zu bringen. Die Patienten sollen für kurze Zeit vergessen, dass sie im Krankenhaus sind. Dafür sind die beiden Pudel genau die Richtigen.

Es gibt auch Kaninchen

Lumpi und Flocke sind nicht die einzigen Tiere, die Bianca Terhürne mit in die Klinik nehmen darf. Sie ist nämlich Tier-Therapeutin. Die beiden Kaninchen Fantasy und Berta gehören auch dazu.

In dieses besondere Team aufgenommen zu werden, ist nicht einfach. Denn Tiere sind im Krankenhaus eigentlich streng verboten. Bevor die tierische Mannschaft von Frau Terhürne die Klinik betreten durfte, wurde sie genau untersucht.

Zweimal im Jahr werden die vier Tiere auf multiresistente Keime untersucht. Das sind Keime, die nur sehr schwer mit Medikamenten behandelt werden können. Davor müssen die Patienten unbedingt geschützt werden, denn sie sind geschwächt und dürfen sich nirgendwo anstecken. Lumpi, Flocke, Berta und Fantasy haben auch die normalen Impfungen und werden regelmäßig gegen Würmer behandelt. Deshalb haben die Vier eine Ausnahme-Genehmigung für die Klinik.

Die Hunde haben ein eigenes Zimmer

Im Krankenhaus können Lumpi und Flocke nun zeigen, was sie können. Auf der Kinderstation haben sie ein eigenes Zimmer. Dort dürfen die Kinder die Tiere besuchen, sie streicheln und füttern. „Wir wollen den kranken Kindern schöne Momente schenken“, sagt Frau Terhürne.

Die Tier-Therapeutin ist schwer bepackt, wenn sie die Klinik betritt. Bälle, Futter, Decken, Wasser, Kämme und Bürsten – für Menschen und Tiere ist gesorgt. Frau Terhürne weiß: Gerade das Streicheln der Tiere ist für die Kinder ein besonderes Erlebnis. „Die Tiere sind im Krankenhaus ganz entspannt, das übertragt sich auf die Kinder“, sagt sie.

So bleibt Lumpi ruhig sitzen, während er gestreichelt wird. Kranke Kinder können so ihre Motorik, also ihre Bewegungen, trainieren. Und ihre Krankheit für einen Moment vergessen. Kaninchen Fantasy freut sich besonders, wenn Kinder es mit Trockenfutter füttern und sein Fell streicheln. Mutige Kinder dürfen sogar mit den Hunden Ball spielen.

(Von dpa)