Deutschlands grünes Band

Deutschlands grünes Band
Früher verlief hier die Grenze zur ehemaligen DDR. Heute kann man dort super wandern. (Foto: dpa)

Mitten durch Deutschland verläuft ein breiter Streifen fast unberührte Natur. Weißt du, was es damit auf sich hat? Wir erklären dir, was „Das Grüne Band“ ist und was es mit der Geschichte Deutschlands zu tun hat.

Nach dem Krieg: Aufgeteilt in vier Zonen

Du hast bestimmt in der Schule gelernt, dass Deutschland 16 Bundesländer hat. Aber das war nicht immer so.

Links von der grünen Grenze lagen früher die deutschen Besatzungszonen von Großbritannien, USA und Frankreich. Rechts der Grenze lag das Gebiet der Sowjetunion. (Foto: dpa)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland 1945 in vier Zonen aufgeteilt. Die Länder, die den Krieg gewonnen hatten, also Großbritannien, USA, Frankreich und die Sowjetunion, wollten sichergehen, dass der Krieg auch wirklich vorbei war. Deswegen wurden verschiedene Gebiete ausgemacht, auf die jeder aufpassen sollte.

Köln gehörte zum Beispiel zur britischen Zone. Der Osten Deutschlands wurde von der Sowjetunion, zu der auch Russland und Polen gehörten, verwaltet. Die heutigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wurden 1949 vom Rest von Deutschland getrennt, um ein eigenes Land zu bilden. Die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR.

Die Menschen in der DDR hatten nicht viel Geld. Außerdem konnten sie viele Sachen nicht kaufen oder einfach so in Urlaub fahren und die Regierung schränkte die Freiheit der Bürger ein. Damit niemand einfach umziehen konnte, wurde die Grenze zum westlichen Teil Deutschlands stark gesichert. Es wurde sogar auf Menschen geschossen, die versuchten, sie zu überqueren.

1400 Kilometer grüne Grenze

Das grüne Band von oben (Foto: dpa)

In dem wilden Gebiet vor der Grenze durften natürlich auch keine Häuser gebaut, Felder bearbeitet, oder sonst irgendetwas aufgestellt werden, damit sich niemand verstecken konnte.

Am 9. November 1989 wurden erste Teile der Mauer, die Ost- und Westdeutschland trennte, eingerissen. Nachdem 1990 die Wiedervereinigung von Deutschland zu dem Land, das wir heute kennen, beschlossen wurde, verschwand die Grenze.

Übrig blieb ein Gebiet ohne Häuser oder sonst irgendwelche Bauwerke, das sich durch ganz Deutschland zieht. Der 50 bis 200 Meter breite Streifen ist heute eine ganz besondere Naturschutzzone, das sogenannte Grüne Band. Auf 1393 Kilometern bietet die fast unberührte Natur heute Schutz und Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

Seltene Pflanzen und Tiere

Seltene Tiere, wie diese Wanstschrecke, gibt es in dem Gebiet oft. (Foto: dpa)

Ein Gebiet, das vorher ein Symbol für Angst und Gewalt war, hilft heute dabei, den Planeten zu erhalten. Sowohl Wälder als auch Seen und Moore liegen in dem Bereich.

Forscher können also sehr viele verschiedene Tiere beobachten. Seltene Moorfrösche zum Beispiel, die zum Überleben ganz bestimmte Bedingungen brauchen. Oder wunderschöne Libellenarten, die man im Rest von Deutschland nur selten zu Gesicht bekommt.

Außerdem wachsen dort auch viele Pflanzen und Bäume, die man sonst fast nirgendwo mehr findet. Manchmal kann man mit den Naturschützern, die sich um das Band kümmern, auch Expeditionen machen und sich direkt vor Ort Sachen erklären lassen.

Schau doch einfach mal mit deinen Eltern auf die Internetseite des BUND – das steht für Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. Vielleicht findet ihr ja ein Reiseziel für den nächsten Urlaub.

Von Sara Pichireddu

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