Jetzt gibt es die Ehe für alle

Jetzt gibt es die Ehe für alle
Juchhu zur Ehe für alle: Die Partei der Grünen schießt Konfetti im Bundestag. (Foto: dpa)

Viele Menschen jubelten am Freitag in den sozialen Netzwerken oder auf der Straße in der Hauptstadt Berlin. Denn der Bundestag hat beschlossen, worauf viele Menschen schon seit Jahren warten: Lesbische und schwule Paare dürfen in Deutschland jetzt auch heiraten.

393 Stimmen für die Öffnung der Ehe

Das ging vorher nicht. Das bedeutet: Ein Mann durfte bisher in Deutschland keinen anderen Mann heiraten. Und eine Frau keine andere Frau. Homosexuelle Paare (also Lesben und Schwule) durften sich beim Amt lediglich als „Eingetragene Lebenspartnerschaft“ vermerken lassen. In einer eingetragenen Lebenspartnerschaft aber erhalten die Partner nicht dieselben Rechte wie in einer Ehe: Sie dürfen zum Beispiel kein Kind adoptieren und können auch im Ausland Probleme bekommen, weil es die Lebenspartnerschaft in anderen Ländern nicht gibt – die Ehe aber schon.

Am Freitag hat der Bundestag beschlossen: Das soll sich ändern. Lesben und Schwule sollen in Zukunft heiraten können, mit exakt denselben Rechten und Pflichten wie jedes andere Paar auch. 623 Politiker gaben ihre Stimme ab.  393 davon stimmten für die Ehe für alle. Die Mehrheit!

Auch viele CDU-Leute waren dafür

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Abstimmung über das Thema ausgelöst. Denn sie hatte angekündigt, dass ihre Parteikollegen von der CDU bei einer Abstimmung nach ihrem Gewissen entscheiden dürften – und nicht nach der Einstellung ihrer Partei. Die CDU ist als konservative Partei nämlich gegen die Ehe für alle. Sie vertritt die Position, dass eine Ehe aus einem Mann und einer Frau bestehen sollte – und auch nur Männer und Frauen gemeinsam Kinder großziehen sollten.

Bei der Abstimmung am Freitag aber zeigte sich: Jeder vierte CDU-Politiker hatte nicht dieselbe Meinung wie seine Partei. Sie stimmten mit einem „Ja“ zur Ehe für alle. Und die Kanzlerin? Die stimmte, etwas überraschend, mit einem „Nein“. Sie vertritt weiterhin die Meinung ihrer Partei, sagte sie.  Am Ende aber waren es auch ohne die Kanzlerin genügend „Ja“-Stimmen.

Viele Menschen feiern das Ergebnis jetzt. Auch im Bundestag: Die Partei der Grünen ließ gleich nach der Entscheidung Konfetti knallen.

Von ann