Nachhilfe im Schenken

Nachhilfe im Schenken
Zum Schenken gehört auch das Bedanken. Wir sagen dir, wie's richtig geht (Bild: Fotolia)

Geschenke im Adventskalender, in den Stiefeln, unterm Weihnachtsbaum  – im Dezember ist Geschenke-Hochsaison. Aber wie kommt es eigentlich, dass wir uns beschenken? Seit wann? Und wie tun wir es am besten?

Warum schenken wir eigentlich?

An großen oder wichtigen Festtagen wie Weihnachten oder Geburtstag ist es ein fester Brauch zwischen engen Verwandten und Freunden. Ein gutes Geschenk sagt so viel wie: Du bist mir wichtig. Oft steckt aber noch mehr dahinter. Zwischen zwei Geschäftsleuten kann ein teures Weihnachtsgeschenk bedeuten: Ich will auch im nächsten Jahr  Geschäfte mit dir machen. Oder: Bei mir ist es in diesem Jahr viel besser gelaufen als bei dir. Dann kann ein Geschenk auch zu einer Demütigung werden, über die man sich ärgert.

Kann man auch zu viel schenken?

Bei den Indianerstämmen im Nordwesten der USA konnte das Schenken einen Menschen arm machen. Beim Potlatch-Fest, einem wichtigen Ritual, musste der gastgebende Häuptling Geschenke an seine Gäste verteilen: Decken, Tiere oder Schmuck. Jedes Geschenk ehrte seine Vorfahren, zeigte seine Macht und verbesserte sein Ansehen unter den Stämmen. Da die Zeremonie aber mehrere Tage dauern konnte, hatten manche Gastgeber am Ende ihr Vermögen hergegeben. Für die Gemeinschaft war das eine kluge Strategie: Reichtum wurde so aufgeteilt, dass es vielen und nicht nur einem Einzigen gutgehen konnte.

Was ist ein gutesGeschenk?

Das ist für jeden Menschen unterschiedlich zu beantworten. Am besten sind Geschenke, bei denen der Empfänger sofort denkt: Das passt zu mir! Noch besser: Das wollte ich schon immer! – auch wenn er es vorher gar nicht wusste. Das kann alles sein, ein selbst geschriebener Song, das eingerahmte Lieblings-Foto aus dem letzten  Urlaub oder  flauschige Socken, weil du weißt, dass seine Füße schnell frieren. Überleg genau, was die Person mag oder braucht. Und schenk ihr nicht nur, was du selbst gerne hast oder hättest.

Wie viel kostet ein gutes Geschenk?

Oft kostet es gar nichts. Denn es kommt  nicht auf den Preis an. Ein gutes Geschenk ist unverwechselbar. So, wie du es speziell für diese Person ausgewählt hast, wird sie es stets auch speziell mit dir verbinden.

Und wenn mir ein Präsent nicht passt?

Richtig darauf zu reagieren ist eine knifflige Sache. Denn wenn ein Geschenk sagt: Du bist mir wichtig, versteht der Schenkende, wenn du es zurückweist, vielleicht: Du bist mir egal. Der Dank gehört so fest zum Ritual wie das Geschenk selbst. Also weise es nicht  schroff zurück, sondern  fädle es geschickt ein: Bedanke dich erst und sage dann, dass du rosafarbene Pullis leider nicht magst oder dasselbe Spielzeugauto schon hast.  Vielleicht könnt ihr das Geschenk ja zusammen umtauschen. Dann lernt derjenige deinen Geschmack  besser kennen – fürs nächste Weihnachtsgeschenk.

Schenken lernen im Museum

Das Kölner Museum Schnütgen bietet einen Workshop an, der beim Geschenke-Finden helfen soll. Eine  Ausstellung zeigt, warum die Drei Könige dem Christkind Weihrauch, Myrrhe und Gold schenkten. Danach  bastelst  du selbst  ein Geschenk. Vom 15. bis 21. Dezember Samstag und Sonntag nach Voranmeldung.

Von Annika Leister