Kinderband aus Pulheim: So rocken „Watt aufs Ohr“

"Watt aufs Ohr" sind noch sehr jung, aber schon ganz erfolgreich. (Foto: Martina Goyert)

Wir sind zu Besuch bei „Watt aufs Ohr“, der jüngsten Kinderband Deutschlands. Und die kommt aus Pulheim! Wir haben den vier Jungs bei der Probe zugeschaut und sie ein bisschen ausgefragt.

Abrocken und sauber spielen

„Oi, oi, oi, oi“, singen Julian, Manuel, Daniel und Yannick in die Mikrofone. Dabei hüpfen sie mit ihren umgehängten Instrumenten wild auf und ab, verziehen die Gesichter, recken die Hände in die Luft und machen die Rock-Geste: dabei sind Mittel- und Ringfinger eingezogen, Zeige- und kleiner Finger weit abgespreizt. Die Hand sieht aus wie eine Pommesgabel. Trotzdem schaffen die vier Jungs es irgendwie, noch weiter die Melodie von dem ACDC-Rock-Song „T.N.T.“ zu spielen.

Wer sind „Watt aufs Ohr“?

"Watt aufs Ohr" haben meistens Spaß im Proberaum. (Foto: Martina Goyert)

„Watt aufs Ohr“ haben meistens Spaß im Proberaum. (Foto: Martina Goyert)

Die Band besteht aus Julian, acht Jahre alt, Sänger und Gitarrist, seinem großen Bruder Yannick, zehn Jahre alt und Schlagzeuger und Manuel, Bassist, ebenfalls zehn Jahre alt und Yannicks bester Freund. Seit einiger Zeit gehört auch Daniel zur Band, er ist acht Jahre alt und spielt Keyboard. Heute ist noch Eren (10) zu Gast. Er singt und spielt Gitarre – und wenn die Band zufrieden mit ihm ist, wird er bald festes Mitglied.

Denn die zweite Gitarre spielt zurzeit noch jemand, der eigentlich viel zu alt für die Kinderband ist: Vince, 51 Jahre. Vince ist der Papa von Sänger Julian und Schlagzeuger Yannick. Er macht selbst total viel Musik. „Papa sagt, wo es langgeht“, erklärt Yannick. Vince hilft den Kindern, die Stücke richtig einzuüben und ruft sie zur Ordnung, wenn sie mal wieder nur noch Quatsch machen. Trotzdem dürfen die Kinder sehr viel selbst entscheiden.

Wie ist die Band entstanden?

Julian ist acht Jahre alt und Sänger der Band. (Foto: Martina Goyert)

„Mein Bruder wollte sich mit einer coolen Aktion vom Kindergarten verabschieden“, erzählt Yannick. Da hatten die Brüder eine Idee: Sie übten den Song „Auf uns“ von Andreas Bourani ein. Beide spielen nämlich Gitarre und Schlagzeug seit sie vier Jahre alt sind. Der Auftritt im Kindergarten klappte gut. „Da habe ich überlegt, dass wir doch eine Band gründen könnten“, sagt Yannick.

Sein Bruder erzählt weiter: „Yannick wollte unbedingt der Schlagzeuger sein, deswegen habe ich dann Gitarre und Gesang übernommen.“ Jetzt fehlte noch ein Bassist: Die beiden fragten Manuel, ob er Lust hätte, als Bassist mitzumachen. Hatte er. „Aber dafür musste ich erstmal Bass spielen lernen“, erzählt Manuel.

Welche Musik macht sie?

Das Lied „Auf uns“ haben die Jungs immer noch im Programm. Aber sonst geht es bei „Watt aufs Ohr“ eher rockig zu. „Bei uns läuft das so“, erzählt Yannick. „Einer schlägt einen Song vor, dann hören wir uns den an und überlegen gemeinsam, ob wir ihn proben wollen.“ Das funktioniert nicht bei allen Liedern, weil manche noch zu schwierig für die Jungs sind.

Bisher spielen „Watt aufs Ohr“ vor allem bekannte Songs von anderen Künstlern. Jetzt haben sie aber auch ihren ersten eigenen Song geschrieben und aufgenommen – zusammen mit Papa Vince. „Papa, mach Musik an“, heißt der. „Wir saßen im Auto und es war leise. Da hab ich Papa zugerufen: Mach mal Musik an“, erzählt Julian. Das war die Idee für den Song. Veröffentlicht ist das Lied noch nicht. Wir durften aber schon mal reinhören. Fazit: Die Musik ist gar nicht rockig – stattdessen rappen die Jungs. Aber das ganz schön cool.

Wie probt die Band?

Die Jungs treffen sich jeden Donnerstagnachmittag im Proberaum. Dort gibt es ein Schlagzeug, viele andere Instrumente, Mikrofone und Technik, mit der man die Lautstärke einstellen kann. Der Proberaum gehört eigentlich der Band von Papa Vince, aber seit anderthalb Jahren dürfen dort auch „Watt aufs Ohr“ proben. Das ist wichtig, denn zu Hause alleine haben die Jungs nicht so viel Lust zu üben. „Es macht einfach mehr Spaß, zusammen zu spielen und den anderen zuzuhören“, sagt Yannick.

Das Wichtigste sei, dass man den anderen nicht anmotzt, wenn er mal was falsch gemacht hat. „Man muss gut zusammenarbeiten können und sich verstehen“, findet der Zehnjährige. Zehn Auftritte hat die Band schon gespielt. Das Festival „Gothic Meets Rock“ in Lüdenscheid haben sie sogar eröffnet. „Bei den ersten drei Auftritten waren wir ein bisschen nervös, aber jetzt gar nicht mehr“, sagt Julian. „Es fühlt sich einfach gut an, auf der Bühne zu stehen und vor Leuten zu spielen“, sagt sein Bruder Yannick.

Wenn du „Watt aufs Ohr“ live sehen willst, dann komm’ im August zum Stadtfest in Deutz.

Mach mit!

Hast du auch eine Kinderband und willst mal auf der Bühne stehen? Dann sende uns bis zum 18. Juli eine Audio-Datei oder ein kurzes Video mit der Musik an: duda@dumont.de. In der Jury sitzt die Band Pelemele, sowie ein Vertreter von „Deutz feiert!“ und von Duda. Bis zum 25. Juli geben wir dir Bescheid, ob du dabei bist. Zusätzlich verlosen wir unter allen Einsendungen Karten und T-Shirts für die Gamescom.

Dein Auftritt ist dann am 5. August um 12.30 Uhr auf der Bühne von „Deutz feiert!“. Das Fest findet am 4. und 5. August in Deutz statt. Neben Live-Musik gibt es dort noch 50 andere Aktionen für Kinder. Und Duda ist natürlich auch vor Ort.

VON ANGELA SOMMERSBERG